Brenzlige Situation am frühen Freitagmorgen: Schüler steigen am Lunestedter Bahnhof ins Gleisbett und erklimmen die Betonsteine des gegenüberliegenden Bahnsteiges. Das Lichtanlage zeigt Rot, die Schranken sind unten.

Brenzlige Situation am frühen Freitagmorgen: Schüler steigen am Lunestedter Bahnhof ins Gleisbett und erklimmen die Betonsteine des gegenüberliegenden Bahnsteiges. Das Lichtanlage zeigt Rot, die Schranken sind unten.

Foto: Handyfoto privat

Cuxland

Schüler betreten die Gleise: Lokführer soll es erlaubt haben

Von Jens Gehrke
17. September 2016 // 10:00

In Lunestedt hat eine größere Gruppe von Schülern die Gleise bei geschlossenen Schranken betreten, um einen wartenden Zug zu erreichen. Glücklicherweise kam es zu keinem Unfall. Doch das ist nicht alles: Mehrere Schüler sagen, der Lokführer hätte das Betreten der Gleise erlaubt.

RE steuert außerplanmäßig Lunestedt an

Lunestedter Schüler warten am Freitag, 16. September, wie üblich um 7.14 Uhr auf die Nordwestbahn nach Bremerhaven. Doch der Zug fällt aus. Hintergrund: Auf der Strecke ist ein Güterzug liegen geblieben, es wurde auf eingleisigen Bahnverkehr umgestellt. Stattdessen fährt also ein Regionalexpress der Deutschen Bahn ein, der außerplanmäßig den Ort Lunestedt in der Gemeinde Beverstedt ansteuert.

Schüler betreten die Gleise

Allerdings auf dem anderen Gleis, auf dem sonst die Züge Richtung Bremen halten. Die Schüler wechseln die Seite, um in den Regionalexpress einzusteigen. „Es ist lebensgefährlich, bei geschlossenen Schranken auf die Gleise zu gehen und einen stehenden Zug zu umlaufen“, warnt Holger Jureczko, Sprecher der Bundespolizei. Die Kinder hätten das in Lunestedt nicht tun dürfen.

Lokführer soll das O.K. gegeben haben

Das ist die eine Seite, doch mehrere Schüler berichten unabhängig voneinander, dass der Lokführer mit einer Geste und einem Ruf zum Überqueren der Gleise aufgefordert haben soll. „Das ist ein No-Go, ein unmögliches Verhalten“, sagt Marco Stelljes, dessen Tochter Jule die Situation miterlebte. Tim Böhmermann aus Lunestedt bestätigt die Darstellung ebenfalls, zwei seiner Kinder hätten es genauso geschildert.

Deutsche Bahn prüft den Vorfall

Bei der Deutschen Bahn heißt es, man könne dazu keine Stellung nehmen. Es gebe keine Möglichkeit, den Lokführer dazu am Freitag zu befragen. „Wir werden das selbstverständlich prüfen“, kündigt DB-Sprecherin Sabine Brunkhorst an. Das Betreten der Gleise sei aber in jedem Fall verboten, das wisse jeder Lokführer.

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