Karsten Bode ist Landwirt aus Leidenschaft, doch mögliche Wolfsattacken lassen ihn in ständiger Sorge leben.

Karsten Bode ist Landwirt aus Leidenschaft, doch mögliche Wolfsattacken lassen ihn in ständiger Sorge leben.

Foto: Gehrke

Cuxland

Teurer Ärger mit Wolfszaun bei Wittstedt: Landwirt ist sauer

Von Jens Gehrke
17. November 2017 // 20:00

Karsten Bode betreibt einen Archehof für alte Nutztierrassen, seine Moorschnucken stehen auf zwei Weiden bei Wittstedt. Der Landwirt hat diese Flächen mit einem Wolfszaun versehen, um seine kleinen Lieblinge zu schützen – und muss seitdem mit großem Ärger leben.

Wolfszaun frisst Zeit und Geld

Die Wartung des Zaunes koste so viel Zeit und Geld, dass es für ihn kaum mehr zu leisten sei, macht der Schwaneweder deutlich.
  • Neben der teuren Anschaffung des Zaunes, die zum Teil vom Land gefördert  wurde, verursacht die Wartung demzufolge permanent weitere Kosten. Wildtiere sind immer in die Maschen gerauscht und haben Löcher gerissen.  Er könne zwar auch für Ersatzbeschaffungen Förderanträge an den Landesbetrieb NLWKN stellen, doch das sei mit viel Bürokratie und langen Wartezeiten verbunden.
  • Was fast noch schwerer wiegt als die finanzielle Belastung, betont der Züchter, sei der Zeitaufwand, den er für den Wolfszaun aufbringen muss.  Das Elektrozaungerät informiert etwa per SMS über Vorfälle am Zaun – manchmal auch mitten in der Nacht. „Ich muss dann direkt hin“, sagt Bode. Es könnte schließlich der Wolf sein. „Ich habe jeden Tag Angst um meine Tiere.“ Eine Heidenarbeit sei auch das Freihalten des Zaunes von Bewuchs, der dauerhaft kurz gehalten werden muss.

Wolf gefährdet alte Haustierrassen

  • Die Moorschnucken stammen aus den Moorgebieten Niedersachsens, wo sie im Jahre 1936 noch mit mehr als 90 Prozent am Gesamtschafbestand vertreten waren. Heute gelten sie als gefährdet. „Für mich ist es eine wichtige Aufgabe, alte Haustierrassen zu erhalten“, sagt Bode, „doch mir wird das Leben schwer gemacht.“ Er bringe viel Idealismus und Herzblut mit und mache das im Nebenerwerb. Bode ist Betreiber des Wollschwein-Hofes Bode in Schwanewede, der Mitglied in der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) ist.
  • Bei dem Aufwand, den der Wolf verursache, stelle er sich allerdings die Frage, wie lange er das noch schultern kann. „Irgendwann hören dann alle auf“, gibt er resigniert mit Blick auf sich und seine Kollegen zu Protokoll. Dabei betreibe man doch Landschaftspflege und auch das Land sei daran interessiert, alte Nutztierrassen zu erhalten. „Ich habe nichts gegen den Wolf, aber so geht es nicht weiter“, so Bode. Ein möglicher Weg, um wenigstens finanziell den kleinen Nutztierhaltern unter die Arme zu greifen, ist aus seiner Sicht eine vom Land gezahlte Weideprämie von 20 Euro pro Jahr und Tier.

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