Seine Armbanduhr hat Meik Horeis (links) jetzt immer fest im Blick. Auch Ralf Marutz kann seine Arbeitszeit am Computer minutengenau erfassen.  Foto Seelbach

Seine Armbanduhr hat Meik Horeis (links) jetzt immer fest im Blick. Auch Ralf Marutz kann seine Arbeitszeit am Computer minutengenau erfassen. Foto Seelbach

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Cuxland

Thema Arbeitszeit: Für die Lehrer zählt jede Minute

Von Kristin Seelbach
24. November 2015 // 14:24

Lehrer haben einen schlechten Ruf. Sie gelten als "faule Säcke", die früh Feierabend machen und lange Ferien haben. Dass die Belastung der Lehrer tatsächlich jedoch immer größer wird, soll eine Studie der Bildungsgewerkschaft GEW in Niedersachsen beweisen. Diese führt die Gewerkschaft in Zusammenarbeit mit Sozialwissenschaftlern der Universität Göttingen durch.

Pädagogen aus Bederkesa beteiligen sich

Ein Jahr lang dokumentieren rund 3000 Lehrer an über 260 Schulen ihre Arbeitszeit - minutengenau. Mit dabei sind auch zwei Lehrer aus dem Landkreis Cuxhaven: Meik Horeis und Ralf Marutz von der Grundschule in Bad Bederkesa. Sie beteiligen sich an der Studie, wollen selbst einmal schwarz auf weiß sehen, wie viel sie tatsächlich arbeiten. Denn viele Dinge, die scheinbar "nebenbei" laufen, sind tatsächlich Arbeit. Ob Kollegengespräche über Schüler in der Pause oder ein Besuch im Baumarkt auf der Suche nach Holz für den Werkunterricht. All diese Kleinigkeiten erfassen Meik Horeis und Ralf Marutz mit Hilfe eines computerbasierten "Timetrackers", also einer elektronischen Zeiterfassung. Auch einen Überblick über die gearbeiteten Wochenstunden oder die monatliche Arbeitszeit ermöglicht das Programm der Göttinger Uni.

Lehrergewerkschaft erhofft sich belastbares Material

Die Lehrergewerkschaft GEW erhofft sich von der Studie, die von April dieses Jahres bis zum April 2016 andauern sollte, Material um die steigende Belastung der Lehrer zu beweisen. Gleichzeitig fordert sie eine Entlastung der Pädagogen. Die Daten möchte der Vorstand der niedersächsischen GEW um die stellvertretende Vorsitzende Laura Pooth im kommenden Jahr der Landesregierung vorlegen.  Diese soll sich „hier nicht wegducken können, sondern wird sich den Ergebnissen stellen müssen“, ist sich die stellvertretende Landesvorsitzende sicher.

Ergebnisse noch offen

Wie die Ergebnisse konkret aussehen werden, können jedoch weder Pooth, noch die beteiligten Lehrer vorhersagen. Einen Zwischenstand gibt es nicht. Auch die Auswirkungen sind völlig offen. In einer ersten Bewertung der Studie hatte sich die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) kritisch geäußert.

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