Friedhelm Werde, Birgit Werde und Christoph Werde (von links) wohnen im wohl südlichsten Haus des Kreises in Heine-Vosloge.

Friedhelm Werde, Birgit Werde und Christoph Werde (von links) wohnen im wohl südlichsten Haus des Kreises in Heine-Vosloge.

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Cuxland

Tief im Süden: Bei Familie Werde endet das Cuxland

Von Jens Gehrke
5. April 2017 // 07:00

Wer Kühnes Melkhus in Heine hinter sich lässt, wähnt sich schon am südlichsten Punkt des Cuxlandes. Doch es geht weiter. Die Straße führt durch Felder in den Ortsteil Vosloge. Hier ist nicht Schluss. Wer zur Familie Werde will, muss am Milchhof vorbei und weiter gen Süden fahren. Bis zum letzten einsamen Haus vor der Kreisgrenze. Hier wohnt die Familie im südlichsten Zipfel des Landkreises Cuxhaven, der zu den größten in Niedersachsen zählt. 

Kreisgrenze ist nur 100 Meter entfernt

"Da vorne ist die Kreisgrenze“, sagt Friedhelm Werde. Er steht in seinem Haus neben dem Esstisch und deutet durch ein Fenster auf die schmale, von Birken gesäumte Straße nach Garlstedt. Höchstens 100 Meter sind es, dann beginnt der Kreis Osterholz. Die Familie lebt zwischen den Welten.  „Es sind 13 Kilometer bis Osterholz-Scharmbeck“, sagt Christoph Werde, der in einer der drei Wohnungen auf der Hofstelle wohnt. Ein Katzensprung. Wenn die Familie Werde in ihre Kreisstadt Cuxhaven will, muss sie hingegen satte 70 Kilometer zurücklegen. Eine halbe Weltreise.

Abgehängt? "Nein. Der Landkreis kümmert sich auch um die Bürger im Süden"

Abgehängt fühlen sich die Werdes aber nicht. Der Landkreis Cuxhaven kümmere sich natürlich auch um die Bürger im Süden. Der Müll werde zum Beispiel regelmäßig abgeholt. Ein Bus fahre allerdings seit einigen Jahren nicht mehr zum wohl südlichsten Haus des Cuxlandes, bemängelt die Familie. „Wir sind immer auf das Auto angewiesen“, berichtet Mutter Birgit Werde. Selbst fürs Brötchenholen. Das sei aber bei anderen Familien, die im Außenbereich wohnen, nicht anders.

Die Sonne scheint nicht öfter

Bleibt natürlich die Frage, ob nicht im Süden das Wetter schöner ist? Immerhin soll an der Autobahn 27 aus Bremerhaven kommend Richtung Bremen eine Wettergrenze liegen. Die Werdes lachen. Nein, vom Sonnenschein sei man auch in Heine-Vosloge nicht verwöhnt. Wobei das Wetter im nahen Hagen manchmal komplett anders sei. Auch wenn die Werdes im wohl südlichsten Zipfel des Cuxlandes wohnen, finden sie den Standort nahezu perfekt. „Wir wohnen genau in der Mitte der Strecke zwischen Bremen und Bremerhaven“, erklärt Christoph Werde. Man sei über Lehnstedt schnell auf der Autobahn. Ein echter Standortvorteil.

Friedhelm Werde, Birgit Werde und Christoph Werde (von links) wohnen im wohl südlichsten Haus des Kreises in Heine-Vosloge.

Das Haus der Werder befindet sich am südlichsten Zipfel

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