il Mette verrät Moritz Döbler, dem Chefredakteur des Weser-Kuriers, dass sein Herz früher links geschlagen hat. Heute sieht der Cartoonist allerdings auch die Vorteile der bürgerlichen Gesellschaft.

Til Mette verrät Moritz Döbler, dem Chefredakteur des Weser-Kuriers, dass sein Herz früher links geschlagen hat. Heute sieht der Cartoonist allerdings auch die Vorteile der bürgerlichen Gesellschaft.

Foto: Inga Hansen

Cuxland
Kultur

Til Mette zeigt seine Cartoons in der Burg zu Hagen

Von Anne Stürzer
8. November 2016 // 12:56

Til Mette ist 60. Und da darf man ruhig mal stöhnen über die schöne neue digitale Welt. Til Mette hält seine Skepsis natürlich auf einem Cartoon fest. Denn Til Mette ist ein herausragender Zeichner. Zu sehen sind seine Karikaturen und ein paar Bilder bis zum 12. Februar in der Burg zu Hagen. Auf einer seiner Zeichnungen  wird ein Heranwachsender gefragt, was er denn mal machen möchte. „Irgendwas mit Handy“, antwortet er. Mit viel Gespür für Situationskomik nimmt Til Mette die Absurditäten des alltäglichen wie des politischen Lebens aufs Korn.

Til Mette ist manchmal richtig böse

Der 60-Jährige mit den blitzenden Augen knöpft sich in guter Loriot-Tradition den Spießer in uns allen vor. Doch bei Til Mette ist der brave Bürger gar nicht so brav. Beispiel gefällig? Da stehen lauter elegant gekleidete Besucher im Foyer herum und einer verrät: „Wir gehen gar nicht so oft ins Theater. Meist vögeln wir zuhause auf dem Sofa herum.“ Echt jetzt?

Eine bekloppte Welt

Immer wieder macht  Til Mette die Abgründe dieser bekloppten Welt sichtbar. Dabei erschließen sich seine Provokationen in vielen Fällen erst über den Text. Die Zeichnung selbst kommt eher brav daher. Zwei etwas missmutig erscheinende Jägersleute stehen etwa mit ihrer Flinte im Wald, einen Köter an der Leine haltend. So weit, so normal. Die Sprechblase hat es allerdings in sich: „Ich habe keinen Bock mehr. Lass’ uns doch einfach den Hund abknallen.“

Menschen wie du und ich

Mettes Figuren gucken wie diese bedepperten Jäger meist so, als wären sie zur falschen Zeit am falschen Ort. Es sind in der Regel Menschen wie du und ich: Paare mit verkorksten Beziehungen, Öko-Aktivisten, überforderte Eltern, Rentnerinnen auf der Parkbank und, und, und. Sie sind auch deshalb so komisch, weil sie selbst völlig humorlos scheinen. Sie wirken überfordert mit den Zumutungen der modernen Welt.

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