Der Wolfsberater Olaf Kuball zieht auf der Weide an den Kadavern Speichelproben.

Der Wolfsberater Olaf Kuball zieht auf der Weide an den Kadavern Speichelproben.

Foto: Kramp

Cuxland

Wahrscheinlich Wolfsangriff im Cuxland: Vier tragende Schafe gerissen

Von nord24
25. Januar 2017 // 18:35

Vier tragende Mutterschafe sind in der Nacht zu Mittwoch in Steinau-Hull am Hadelner Kanal gerissen worden. Diese Gegend ist bekanntes Wolfsgebiet.

Wolfsangriff ist wahrscheinlich

Dass Wölfe als Beutegreifer am Werk waren, ist daher naheliegend. Genaue Erkenntnis gibt es aber erst, wenn die gezogenen Proben analysiert sind. "Die DNA wird es zeigen", sagt der hinzugerufene Wolfsberater Olaf Kuball. Angesichts der Biss- und Fraßspuren hält er es aber für wahrscheinlich.

Blutspuren im Gras

Hobbylandwirt Jens Tiedemann wurde von Bekannten angerufen. Sofort machte er sich auf den Weg. Rund um die gerissenen Tiere lagen weiße Wollfetzen. Blutspuren färbten das vereiste Gras rot. Die toten Schafe wiesen jeweils Kehlbisse auf. Sie waren deutlich von hinten angefressen. Gedärme, Tracht und Innereien lagen offen.

Wolfsberater vor Ort

Seine verbliebenen acht völlig verängstigten Schafe lockte Jens Tiedemann auf die Nachbarweide und rief den Wolfsberater. Bei Eiseskälte machte sich Olaf Kuball ein eigenes Bild. Drei tote Schafe lagen weit voneinander verstreut tot auf der Weide, ein Tier im Wassergraben.

35 Mutterschafe

Mit seinen Schafen leistete Tierhalter Tiedemann Nachbarschaftshilfe auf den abgelegenen Moorweiden. Bekannte hatten darum gebeten, dass seine Tiere dort nachgrasen. Insgesamt hält er 35 Mutterschafe. "In den Stall kommen sie nur zum Lammen."

Weide nicht komplett eingezäunt

Für einen Wolf bietet solch eine Weide kein Hindernis. "Aber wie soll man denn hier jede Weide wolfssicher einpacken können? Das steht doch in keiner Relation", sagt er. Das Weideland nebem dem Hadelner Kanal ist von zwei Seiten durch zaunlose Wassergräben begrenzt, nur an den Seiten zur Straße hin gibt es einen niedrigen stromführenden Zaun.

Entschädigung ist fraglich

Der Steinauer geht davon aus, dass er keine Entschädigung erhält. Wolfsberater Kuball allerdings legte dem Tierhalter nahe, sich um eine Bezuschussung für Weideschutzmaterial zu bemühen.  

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