Wie sieht die Zukunft für die Hausarzt-Praxis in Lunestedt aus? Die Patienten hoffen, dass sich eine junge Ärztin oder ein junger Arzt dazu entschließt, an der Lune heimisch zu werden.  Foto Plesse/Grafik Gefers

Wie sieht die Zukunft für die Hausarzt-Praxis in Lunestedt aus? Die Patienten hoffen, dass sich eine junge Ärztin oder ein junger Arzt dazu entschließt, an der Lune heimisch zu werden. Foto Plesse/Grafik Gefers

Cuxland

Wie die Gallier: Lunestedt kämpft um seinen Hausarzt

Von Jens Gehrke
3. Dezember 2015 // 15:31

Der einzige Hausarzt in Lunestedt hört auf, ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Während anderswo die Bürger das notgedrungen hinnehmen, wird in Lunestedt um den Erhalt der Praxis gekämpft. Mit einer Unterschriftenaktion. Inzwischen liegt die Liste in Lunestedter Geschäften aus. Schon jetzt sind 400 Unterschriften zusammengekommen. Bei der Ratssitzung am Montag soll in Sachen Hausarzt ein Zeichen gesetzt werden.

Initiator: Resonanz ist bombastisch

„Wir haben das bei der Volksbank, Auto-Huxoll, der Lune-Apotheke, im nah-und-gut-Markt Krause, in der Landschlachterei Wiecke, im Getränke-Markt Holst und in der Schlachterei Brinschwitz liegen“, sagt einer der Initiatoren, Claus Götjen. „Die Resonanz ist bombastisch“, freut sich der CDU-Kreistagsabgeordnete.

Unterschriftenliste wird bei Ratssitzung übergeben

Er hat das Begehren zusammen mit dem Ortsvorsteher Manfred Woltmann (CDU) initiiert. In einer Woche seien etwa 400 Unterschriften zusammengekommen. Der Plan sei, die Unterschriftenliste in der Ratssitzung am 7. Dezember an Bürgermeister Ulf Voigts (parteilos) zu übergeben. Der soll dann mit dem Pfund bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) in Stade wuchern können.

Ein heißes Gerücht: Hausarzt in Sicht

„Das wird unser Bürgermeister schon hinbekommen“, hofft Götjen, „dass wir in Lunestedt weiterhin eine Praxis mit einem Allgemeinmediziner haben.“ Er wünscht sich, dass das Gerücht stimmt, dass eine Ärztin schon angeklopft habe, die vielleicht vorerst in einer Ferienwohnung wohnen wolle. Dann müsse man vielleicht Dr. Joachim Küper überzeugen, dass er „noch ein halbes Jahr dranhängt“ und nicht schon Ende März seine Praxis schließt. Monika Holst vom gleichnamigen Getränkemarkt bestätigt, dass viele Leute gerne ihre Unterschrift auf die Liste gesetzt hätten.

Vor allem ältere Leute unterstützen die Aktion

Vor allem ältere Leute unterstützen die Aktion, die nicht zu einem Arzt außerhalb Lunestedts fahren können. „Was sollen wir denn auch machen, Dr. Küper und das Dorf – wir sind doch miteinander verheiratet“, sagt etwa ein Patient. Ulrike Ross von der Lune-Apotheke berichtet, das eigentlich jeder zweite Kunde unterschreibt. Alle tun das gern, selbst wenn sie gar nicht Patienten von Joachim Küper sind. Die Hoffnung ist derzeit noch groß in Lunestedt.   Zusammenfassung: In Lunestedt gibt der einzige Hausarzt im März 2016 seine Praxis auf. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Die Lunestedter wollen das mit einer Unterschriftenaktion ändern. Die Resonanz ist riesig: Mehr als 600 sollen zusammenkommen. Was sie bewirken, ist noch offen.  

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