Eine Frau schaut auf ihr Handy und liest eine Nachricht.

„Was für eine Dreistigkeit“, sagt Marion Kühn-Nemesis, wenn sie auf den Chat-Verlauf mit den Betrügern ansieht, die sich als ihre Tochter ausgegeben haben.

Foto: May/dpa

Cuxland

Cuxland: Rentnerin fühlt sich nach Betrugsfall im Stich gelassen

Von Denice May
12. September 2022 // 19:10

Wenn die Tochter um Geld bittet, hilft Marion Kühn-Nemesis selbstverständlich aus. Vor zwei Wochen wurde sie um die Bezahlung einer Rechnung gebeten.

1.700 Euro überwiesen

Sie erhielt eine Nachricht ihrer Tochter Stephanie über WhatsApp. Nur war es nicht ihre Tochter, die diese Nachricht schrieb. Es waren Trickbetrüger, wie sich erst hinterher herausstellte. Da war das Geld - 1.700 Euro - allerdings bereits überwiesen. Angeblich sei das Handy der Tochter ins Wasser gefallen und sie sei nun unter der neuen Nummer zu erreichen.

Niederländisches Konto

Etwa eine halbe Stunde nach der ersten Nachricht erhielt Marion Kühn-Nemesis eine weitere Nachricht ihrer „Tochter“. Wegen ihres neuen Handys käme sie nicht ans Online-Banking. „Sie fragte dann, ob ich für sie eine Rechnung bezahlen könnte“, so die Rentnerin. 1.753 Euro sollte sie auf ein niederländisches Konto überweisen. Per Online-Überweisung überwies sie den Betrag.

Überweisungsrückruf veranlasst

Dann stellte sich heraus, dass ihre Tochter gar kein neues Handy hat und sie folglich auch nicht mit ihrer Tochter per WhatsApp kommuniziert hatte. Über das Online-Banking-Portal hat Marion Kühn-Nemesis einen Überweisungsrückruf veranlasst, ihre Sparkasse über den Betrug informiert und die Polizei verständigt.

„Im Stich gelassen“

Dann passierte erst einmal nichts. „Und genau hier fühlen wir uns im Stich gelassen. Bei der Polizei konnten wir erst vier Tage später den Fall zu Protokoll geben und die Sparkasse hat gesagt, sie könne aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts machen“, regt sich Lebensgefährte Rolf Lang auf.

Täter verschleiern Geldfluss

Auch der Überweisungsrückruf habe nicht funktioniert. Stephan Hertz, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven, erklärt: „Die Polizei kontaktiert bei solchen Taten inländische Banken schnellstmöglich. Bei ausländischen Banken gestaltet sich dies jedoch sehr viel schwieriger. Oftmals erfolgt auch keine direkte Auskunft durch die Banken an die Polizei. Insgesamt agieren die Täter bei den Taten sehr professionell und verschleiern neben ihrer Identität auch den Geldfluss.“

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