Straßenglätte sorgte am Freitag für diverse Verkehrsunfälle, weil viele Fahrer ihrer Geschwindigkeit nicht angepasst hatten oder auf Sommerreifen unterwegs waren.

Straßenglätte sorgte am Freitag für diverse Verkehrsunfälle, weil viele Fahrer ihrer Geschwindigkeit nicht angepasst hatten oder auf Sommerreifen unterwegs waren.

Foto: Polizei

Cuxland
Blaulicht

Der Freitag der Glatteisunfälle: Hoher Schaden, viel Blechschrott

17. Dezember 2022 // 12:39

Straßenglätte sorgte am Freitag für mehrere Verkehrsunfälle im Bereich Geestland und auf der Autobahn A27.

Bei ingesamt 12 Unfällen wurden am Freitag im Landkreis Cuxhaven der Polizeimeldung zufolge 6 Personen verletzt, alle glücklicherweise nur leicht. Es entstanden geschätzte Sachschäden von insgesamt 75.000 Euro. In allen Fällen hatten die Fahrer ihre Geschwindigkeit nicht an die Witterungsverhältnisse angepasst oder waren mit Sommerreifen unterwegs.

Bremer prallt auf dem Weg zur Arbeit in Leitplanke

Gegen 5 Uhr befuhr ein 52-jähriger Bremer mit seinem Volvo die Autobahn 27 in Richtung Bremen. Auf dem Weg zur Arbeit passte er seine Geschwindigkeit nicht den Straßenverhältnissen an und geriet in Höhe der Anschlussstelle Neuenwalde ins Schleudern. Nachdem er in die Schutzplanke geprallt war, kam sein Auto erheblich beschädigt auf der Autobahn zum Stillstand und musste später abgeschleppt werden. Der Fahrer verletzte sich beim Aufprall leicht und wollte sich später in ärztliche Behandlung geben. Der Gesamtschaden beträgt ca. 5.000 Euro.

Gegen 6 Uhr fuhr ein 27-jähriger aus Cadenberge mit seinem großen Linienbus durch Meckelstedt. Im Ort kam er aufgrund zu hoher Geschwindigkeit auf schneebedeckter Straße ins Rutschen und prallte gegen einen geparkten LKW-Anhänger. Glücklicherweise war der Bus noch unbesetzt. Es entstand jedoch erheblicher Schaden am Bus. Die spätere Bergung durch eine Abschleppfirma dauerte über 2,5 Stunden. Der Schaden wird auf mindestens 25.000 Euro geschätzt.

22-Jähriger rutscht mit Sommerreifen in den Verkehr

Gegen 12 Uhr befuhr ein 22-jähriger aus Bad Bederkesa mit seinem Ford die Elmloher Straße in Drangstedt. An der Einmündung zur Landesstraße 120 musste er feststellen, dass seine Sommerreifen auf der vereisten und mit Schnee bedeckten Fahrbahn ungeeignet sind. Er bremste zwar, aber rutschte in den fließenden Verkehr auf der L120. Hier kam es zum Zusammenstoß mit einem Dacia einer 57-jährigen aus Schiffdorf. Beide Autos wurden erheblich beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Verletzt wurde beim Zusammenstoß niemand. Der Schaden wird auf knapp 10.000 Euro geschätzt.

Zwischen 13:30 Uhr und 14 Uhr kam es zu insgesamt sieben Unfällen auf der Autobahn A27 im Bereich der Anschlussstelle Neuenwalde. Alle beteiligten Fahrzeuge hatten ihre Geschwindigkeit nicht den winterlichen Verhältnissen angepasst. Nach den ersten beiden Unfällen, bei denen die Fahrzeuge noch teilweise auf der Fahrbahn standen, musste der folgende Verkehr seine Geschwindigkeit erheblich reduzieren oder bis zum Stillstand abbremsen. Eine 19-jährige aus Otterndorf bremste mit ihrem Skoda zu spät, so dass sie auf den vorausfahren Mercedes auffuhr. Der Mercedes wurde gegen den daneben fahrenden VW geschleudert. Bei diesem Unfall wurden insgesamt fünf Personen leicht verletzt. Inzwischen konnte eine Vollsperrung der Autobahn durch die Polizei aufgebaut werden. Auch diese Vollsperrung führte zu einem Verkehrsunfall. Ein 43-jähriger Bremerhavener überfuhr mit seinem Citroen und überhöhter Geschwindigkeit die Absicherung der Polizei. Eine Absicherungsleuchte wurde gegen einen weiteren PKW geschleudert.

Ein dritter PKW überfuhr schließlich die Reste der Leuchte. Durch umliegende Abschleppfirmen wurden nun die unfallbeschädigten Autos von der Autobahn abgeschleppt. Im Rahmen dieser "Aufräummaßnahmen" wurden auch die restlichen Verkehrsunfälle durch die Polizei aufgenommen. Die Vollsperrung der Autobahn dauerte rund 2,5 Stunden. Neben den fünf verletzten Personen wird der Schaden auf ca. 25.000 Euro geschätzt

Wieder sind Sommerreifen schuld

Gegen 14 Uhr bog ein 73-jähriger Schiffdorfer mit seiner Ford von der Drangstedter Chaussee in die Bahnhofsallee ab. Seine Sommerreifen hatten auf Schnee keine ausreichende Haftung, weshalb er in einen an der Einmündung wartenden Mercedes prallte. Der Ford war nach dem Aufprall nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Der Schaden beträgt ca. 6.000 Euro

Ebenfalls gegen 14 Uhr fuhr ein 33-jähriger Hamburger mit seinem Ford auf der schneebedeckten Drangstedter Chaussee mit zu hoher Geschwindigkeit. In einer Linkskurve kam er nach rechts von der Fahrbahn ab. Nachdem er ein Verkehrsschild überfahren hatte, rutschte er in den Straßengraben. Am Ende lag der Ford auf der Fahrerseite im Graben. Der Fahrer blieb unverletzt. Lediglich die Bergung seines PKW wurde etwas umfangreicher für die Abschleppfirma. Der Schaden beträgt ca. 3.000 Euro.

Kurze Zeit später kam ein 24-jähriger Bremerhavener mit seinem Citroen an der Unfallstelle vorbei. Auch seine Geschwindigkeit war für die winterlichen Verhältnisse zu hoch. Auch er kam von der Fahrbahn ab und überfuhr mehrere Verkehrszeichen. Sein Auto musste nicht abgeschleppt werden. Der Schaden betrug knapp 1.000 Euro.

Alle Unfälle zeigen, wie wichtig es ist bei den aktuellen Straßen- und Wittungsverhältnissen mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Dies bedeutet, dass eine angepasste Geschwindigkeit deutlich unter der allgemein zulässigen Höchstgeschwindigkeit liegen kann. Weiter ist es grob fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs zu sein. Alle Unfallverursacher müssen daher auch mit entsprechenden Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen.

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