Wenn Dr. Jörg Matzen, Experte für Konflikte aus dem Cuxland, selbst einmal zur Ruhe kommen möchte, kann er das am besten an der frischen Luft – wenn das Wetter mitspielt.

Wenn Dr. Jörg Matzen, Experte für Konflikte aus dem Cuxland, selbst einmal zur Ruhe kommen möchte, kann er das am besten an der frischen Luft – wenn das Wetter mitspielt.

Foto: Seelbach

Cuxland

Experte aus dem Cuxland: So meistern wir Konflikte im neuen Jahr leichter

Von Kristin Seelbach
2. Januar 2018 // 07:00

Das Jahr 2017 war von zahlreichen Konflikten geprägt, auch das neue Jahr 2018 dürfte einige mit sich bringen. Sei es in der Weltpolitik oder im Privatleben. Dr. Jörg Matzen, Konflikttrainer und Leiter des Evangelischen Bildungszentrums in Bad Bederkesa, erklärt, warum Kontroversen nicht immer schlecht sein müssen und wie man Konflikten am besten begegnet.

Ohne Konflikte keine Zivilisation

„Im Chinesischen besteht das Wort Konflikt aus zwei Schriftzeichen: Risiko und Chance“, erklärt Matzen. Das sei sehr passend, um den Begriff zu erklären. Denn genau in diesem Spannungsfeld bewege sich ein Konflikt. „Er birgt das Risiko des Auseinanderbrechens, kann aber auch eine positive Chance auf Veränderung sein“, macht der Beerster deutlich. Rein negativ dürfe das Wort, auch wenn es in unserer Kultur keinen guten Ruf hat, nicht gesehen werden. „Ohne Konflikte gebe es keinen Fortschritt, keine Zivilisation“, ist sich Matzen sicher.

Konflikte in der Beziehung

Doch der Leiter des Evangelischen Bildungszentrums weiß auch um die Sorgen, die Konflikte hervorrufen. „Konflikte lösen bei vielen innere Spannungen oder Ängste aus, gehen ‚an die Nieren‘ oder bereiten schlaflose Nächte.“ Zum Beispiel in der Paarbeziehung. „Konflikte treten immer irgendwann auf. Wichtig ist, wie wir mit ihnen umgehen“, macht Matzen deutlich.

Sehen oder sprechen

Partner müssten lernen, die eigenen Wünsche und Interessen zu erkennen, aber auch die des anderen anzuerkennen. Außerdem sei es wichtig zu wissen, ob Menschen eher auditiv oder visuell veranlagt seien. „Ich hatte einmal den Fall einer Frau, die beklagte, dass ihr Mann nie ‚Ich liebe dich‘ sagt. Der Mann wiederum zeigte seine Liebe zum Beispiel durch einen Blumenstrauß für seine Frau“, so Matzen. Würden diese Unterschiede ausgesprochen, wachse das Verständnis für die jeweils andere Seite.

Verschiedene Konflikttypen

Komme es zu Konflikten, seien grundsätzlich zwei unterschiedliche Streittypen zu unterscheiden: Maurer und Powerer. Während Letztere, entsprechend dem englischen Wort Power (Kraft), ihre Emotionen wie zum Beispiel Ärger sofort rauslassen, dies als Beziehungsangebot verstehen und eine Reaktion darauf erwarten, zieht sich der Maurer eher zurück. Wisse der andere, welcher Konflikttyp sein Partner ist, können Probleme leichter gelöst werden.

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