Sprache als Basis (von links): Zainab (12), Mustafa (10), Mohamad (9) und Lewin (15) lernen mit der pensionierten Lehrerin Veronika Nass.  Foto Fixy 

Sprache als Basis (von links): Zainab (12), Mustafa (10), Mohamad (9) und Lewin (15) lernen mit der pensionierten Lehrerin Veronika Nass. Foto Fixy 

Foto: Trappe/Olsson

Cuxland

Familienzentrum wird zum Treffpunkt für Flüchtlinge

Von Andreas Schoener
9. Februar 2016 // 20:18

„Das Familienzentrum Stotel ist ein Leuchtturm, der in der Flüchtlingsfrage an Bedeutung gewinnt“, sagt der parteilose  Bürgermeister Detlef Wellbrock im Loxstedter Rathaus. In Stotel leben 114 Asylsuchende, mehr als die Hälfte der 197 Flüchtlinge, die  die Gemeinde Loxstedt beherbergt. In dem 2500-Seelen-Dorf im Süden Bremerhavens war die Bevölkerung aber schon vor dem Zuzug der Flüchtlinge bunter als an vielen anderen Orten im Cuxland. Das liegt an den mehrstöckigen Wohnblöcken  im Hohen Feld mit ihren niedrigen Mieten und Kaufpreisen.

"Für jeden etwas unter einem Dach"

Ein Quartier, das in den siebziger Jahren hochgezogen wurde, in das schon bald Menschen aus vieler Herren Länder zogen. Lange Zeit galt  es als sozialer Brennpunkt. Kirche und Gemeinde Loxstedt wirkten dem entgegen – unter anderem mit dem Familienzentrum, das  viele Einrichtungen und Angebote  vereinigt. „Für jeden etwas unter einem Dach“, lautet das sympathische Motto.

"Wohnraum wird jetzt auch schon knapp"

„Der Wohnraum im Hohen Feld wird jetzt auch schon knapp“, stellt  die Erziehungswissenschaftlerin Antje Bender-Hardt fest, die das Familienzentrum leitet. Das Zentrum hat auf die neue Situation schnell reagiert und für die Flüchtlinge aus den Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt neue Angebote aufgelegt. Dazu gehören die Deutschkurse für Erwachsene und Kinder, deren Termine man auf Nachfrage erfährt. Die Kinder kommen dienstags zum Lernen.  So freiwillig dieses Angebot ist, so ehrenamtlich vermittelt die pensionierte Lehrerin Veronika Nass (67) den Kindern die Grundlagen der deutschen Sprache. Sie ist eine von jetzt rund 80 Freiwilligen, die  die Willkommenskultur in der Gemeinde Loxstedt auf eine breite Basis stellen. Organisiert wird sie im Verein „Bürger helfen Bürgern“.

"Wir haben schon Möbel geholt und gebracht"

Der Sprachunterricht für die Kinder ist nicht Veroniks Nass’ einziger Beitrag. „Wir haben schon Möbel geholt und gebracht“, berichtet sie. Was gebraucht wird, erfahren die Helfer ganz direkt im Café International, das jeden Montag von  17 bis 19 Uhr ebenfalls im Familienzentrum Stotel ein Treffpunkt für Helfer und Flüchtlinge ist. Neulich habe ein allein erziehender Vater Kochtöpfe gebraucht. Binnen kürzester Zeit seien sie da gewesen, berichtet die Pädagogin, die auch noch eine junge eritreische Familie mit Neugeborenem betreut. „Das ergibt sich so“, erklärt sie.

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