Ohne PC kein Glaubersalz: Weil die VHS-Dozentin keinen Internetanschluss hat, darf sie nach 28 Jahren in Dorum keine Fastenkuren mehr leiten.

Ohne PC kein Glaubersalz: Weil die VHS-Dozentin keinen Internetanschluss hat, darf sie nach 28 Jahren in Dorum keine Fastenkuren mehr leiten.

Foto: Ulich

Cuxland

Kein Internet: Seniorin verliert Arbeit bei der Volkshochschule Landkreis Cuxhaven

Von nord24
13. Dezember 2017 // 07:00

„Das kann doch einfach nicht wahr sein“, sagt Petra Müller. Die Wremerin ist fassungslos: „Unsere 79 Jahre alte Dozentin hat man bei der Volkshochschule im Landkreis Cuxhaven rausgekickt, nur weil sie sich keine Internetverbindung mehr anschaffen wollte.“

VHS stellt die Situation anders dar

Aus der Sicht von VHS-Leiterin Dr. Karen Strehlow stellt sich die Situation auf nord24-Nachfrage anders dar: „Die Dozentin hat mir in unserem wirklich freundlichen Gespräch mitgeteilt, dass es für sie jetzt in Ordnung ist und sie die Gelegenheit ergreift, um aufzuhören.“

Kursangebote per Internet

Die Dozentin, die anonym bleiben möchte, hält dagegen: „Ich habe einen Anruf von der VHS-Fachbereichsleitung bekommen, die mir mitteilte, dass ich zukünftig eine E-Mail-Adresse und Internet benötige.“ Im digitalen Zeitalter gäben die Dozenten ihre Kursangebote zur Programmheftgestaltung mit Hilfe des Internets ab, habe man ihr gesagt.

Keine Wahl

„Mein Mann hat zwar einen PC, aber ein Internetanschluss nur für diese Fragebögen und Mitteilungen der VHS anzuschaffen, wäre ihm einfach zu teuer“, schildert die 79-Jährige ihr Dilemma. Eine Wahl, sich weiterhin dauerhaft per Post an der Organisation zu beteiligen, habe ihr die VHS nicht gelassen.

"Übergangszeit eingeräumt"

„Wir können nicht auf die vielen Ausnahmeregelungen eingehen, die von uns täglich an den Standorten erbeten werden. Wenn wir dem jeweils nachgeben, können wir unseren normalen VHS-Ablauf nicht mehr garantieren“, erklärt VHS-Leiterin Strehlow. Allerdings habe die VHS der 79-Jährigen „extra eine Übergangszeit eingeräumt und, wie allen anderen Dozenten auch, explizit technische Hilfestellung angeboten“.

In Bremerhaven geht es auch ohne

„Wenn man lange Jahre für die Volkshochschule gearbeitet hat, sollte niemand so behandelt werden“, meint die 79-Jährige. Sie habe der VHS-Leiterin in Langen erzählt, dass es für sie bei der VHS in Bremerhaven nach wie vor kein Problem sei, ihre Fastenkurse anzubieten. „Dort kann ich meinen Dozentenbogen weiterhin in Papierform abgeben“, erzählt sie. Auf die Frage, warum das in Bremerhaven möglich sei und in Langen nicht, habe man ihr in Langen geantwortet, dass man nicht so viel Personal habe und außerdem mit einem anderen System arbeite.  (ul/ike)

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