Die Landwirte versuchen mit unterschiedlichen Methoden, gegen die Milchkrise anzukommen.

Die Landwirte versuchen mit unterschiedlichen Methoden, gegen die Milchkrise anzukommen.

Foto: Rehder/dpa

Cuxland

Milchkrise: So wollen die Bauern im Norden mehr Geld verdienen

Von nord24
21. Juni 2016 // 19:55

Als Reaktion auf die Milchkrise wollen die Milchbauern in Niedersachsen mehr Geld durch ein geplantes "Weidemilch"-Siegel verdienen. Ziel seien fünf Cent mehr für den Bauern pro Liter, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) bei der Vorstellung der Pläne am Dienstag in Hannover.

Strenge Vorgaben für Weidemilch-Siegel

Bis Ende des Jahres soll es das Siegel geben. Kriterium für die Vergabe ist unter anderem, dass die Kühe an mindestens 120 Tagen im Jahr mindestens sechs Stunden auf der Weide stehen. Das müssen Bauern in einem Weidetagebuch dokumentieren.

Discounter testet Weidemilch bereits

Zudem sollen für jede Kuh mindestens 2000 Quadratmeter "Dauergrünland" da sein, heißt es in dem Kriterienkatalog, den insgesamt 20 Akteure aus Land und Bund unterzeichneten. Am Dialog beteiligten sich Milchwirtschaft, Wissenschaft, Politik und auch der Handel. Eine Discountkette testet die Weidemilch bereits seit Herbst 2015.

Auch im Cuxland leiden die Milchbauern

Von den 20 Cent, die Bernd Möller von der Molkerei für den Liter bekommt, kann der Milchbauer nicht einmal seine Kosten decken. Aber für einen minimalen Teil seiner Ware wird er anständig bezahlt – für die Milch, die die Verbraucher in seiner „Milchtankstelle“ selber abzapfen.

Milchtankstelle ist täglich geöffnet

Wochentags ist die „Tankstelle“ von 7 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende bis 18 Uhr. Frisch aus dem Euter kommt die Milch, die hier von den Kunden aus einem Automaten abgefüllt werden kann. „Wir filtern die Milch, um sie von Schmutzpartikeln zu säubern, und kühlen sie auf vier Grad herunter“, sagt Müller. Mehr nicht. Dafür legen die Kunden einen Euro für den Liter hin – und das gerne.

Großteil der Milch geht in den Handel

So zufrieden Bernd Müller mit seiner Milchtankstelle auch ist, ebenso klar ist für sie, dass das die Vermarktung über die Molkerei niemals ersetzen kann. Müllers 150 Kühe produzieren im Jahr 1,4 Millionen Liter Milch. Nicht einmal ein Prozent davon wird über die Tankstelle verkauft. „Das ist ein gutes Zubrot“, sagt der Landwirt, „aber mehr eben auch nicht.“

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