Eine Blaumeise sitzt an einem Vogelfutterhäuschen.

Blaumeisen können mit ihren harten Schnäbeln hervorragend Körner knacken.

Foto: NABU/Huber

Cuxland

NABU-Chef klärt: Drei Mythen rund ums Vogelfüttern

5. Januar 2022 // 09:00

Erstaunlich, welche Infos sich rund um das Vogelfüttern im Netz verbreiten. Sönke Hofmann, NABU-Chef des Landes- und Stadtverbands Bremen löst auf.

1. Wer einmal anfängt zu füttern, muss das auch durchziehen.

“Es gibt diesen Mythos, dass man, wenn man einmal anfängt zu füttern, unbedingt weiter füttern müsste. Die Vögel würden sich drauf verlassen und wenn man aufhört, würden sie Hunger leiden. Das ist totaler Quatsch. In der Natur gibt es keine ewige Nahrungsquelle. Es gibt kein Füllhorn, das ewig Körner nachschiebt. Das machen nur wir Menschen. Und die Vögel haben sich daran angepasst. Die kommen damit klar, überall nach Nahrung zu suchen. Das heißt, es ist überhaupt nicht schlimm, wenn man mal zwei Wochen in den Urlaub fährt und seine Futtersäule nicht bestückt.

2. Wenn ich Vögel füttere, schütze ich bedrohte Vogelarten.

“Wer sich als Vogelfütterer gleich auch als Vogelschützer empfindet, dem muss ich leider den Zahn ziehen. Wenn man Vögel füttert, schützt man das Individuum, also, die einzelne Meise freut sich darüber. Die Winterzeit ist natürlich eine harte Zeit der Bewährung. Es ist normal, dass auch Vögel sterben. Wer über den Winter füttert, kann über diese futterarme Zeit ein wenig hinweghelfen. Es ist nicht entscheidend für die Artenzusammensetzung und für die Art. Aber es ist die tollste Möglichkeit, Vögeln nah zu kommen und sie ganz wunderbar zu beobachten.“

3. Körner machen alle heimischen Vogelarten glücklich.

“Wenn man jetzt einfach eine Körnermischung kauft und meint, damit könnte man allen Vögeln was Gutes tun, den Zahn muss ich dann auch ziehen. Es gibt einige Arten wie das Rotkehlchen oder die Amsel, die Weichfutterfresser sind. Deren Schnabel ist nicht geeignet, zum Beispiel Sonnenblumenkerne zu knacken. Das können Spatzen, vor allem auch die Meisen sehr gut. Für Amseln und Rotkehlchen kann ich Äpfel auf den Zaun, einen Ast oder Zweig spießen. Das nehmen sie sehr dankbar an. Weichere Körner wie Haferflocken funktionieren auch.“

Du willst mehr darüber wissen, wie du Vögeln in deinem Garten etwas Gutes tun kannst? Dann ab die Post in Richtung NORD|ERLESEN.

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