Schulen und Bundeswehr: Welche Formen des Austausches sind erlaubt? Symbolfoto: Marcel Kusch/dpa

Schulen und Bundeswehr: Welche Formen des Austausches sind erlaubt?

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Cuxland

Waldschule: Zwist um Schulausflug zur Bundeswehrkaserne

Von Jens Gehrke
5. Juni 2018 // 19:01

Dürfen Schüler der Hagener Waldschule im Landkreis Cuxhaven die Bundeswehr-Kaserne in Garlstedt besuchen? Die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Viehoff hat die geplante Exkursion gerügt: Man betrachte das Werbeverhalten der Bundeswehr unter minderjährigen Schülerinnen und Schülern kritisch. Der Schulleiter widerspricht der Darstellung.

Schulleiter: Ausflug gehört zum Unterricht

Demnach handelt es sich laut Sven Fierek, Schulleiter der Waldschule Hagen-Beverstedt, bei der Exkursion um eine Veranstaltung, die jahrelang im Politik- und Wirtschaftsunterricht verankert gewesen sei. Die Schüler erwarte in Garlstedt ein Vortrag über Aufgaben und Auftrag der Bundeswehr sowie eine Betriebserkundung. Es handele sich nicht um eine PR-Veranstaltung.

Abgestimmt mit Eltern und Lehrern

Zudem sei der geplante Ausflug im Vorfeld mit Eltern, Lehrern und Landesschulbehörde abgestimmt worden. Die Landesschulbehörde habe der Waldschule bestätigt, dass kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot vorliege. Eine Umfrage des Schulelternrats habe ergeben, dass die überwältigende Mehrheit der Eltern keine Einwände gegen die Exkursion habe oder sie befürworte.

Landtagsmitglied will Minister einschalten

Die Landtagsabgeordnete Viehoff will hingegen den niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne einschalten. ?„Die jetzt angestoßene Diskussion gefährdet den Schulfrieden. Es ist daher dringend geboten, dass Herr Tonne jetzt handelt und das Verfahren für solche Veranstaltungen in einem Erlass regelt“, betont Viehoff. Außerdem sollten solche Veranstaltungen mit alternativen Informationsangeboten verbunden werden.

Schulleiter: Waldschule falsches Beispiel

Laut Schulleiter Fierek spricht nichts dagegen, dass wie von den Grünen gewünscht, eine landesweite Regelung für solche Veranstaltungen getroffen werde. Das gebe allen Schulleitern Sicherheit. Die Diskussion dürfe nur nicht anhand der Waldschule geführt werden, weil das aus seiner Sicht ein vollkommen falsches Beispiel sei. Kaum eine andere Schule hätte im Vorfeld eine Exkursion sorgfältiger vorbereitet.

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