Angriffe unter Schülern verlagern sich aus dem Klassenraum auch ins Netz.

Angriffe unter Schülern verlagern sich aus dem Klassenraum auch ins Netz.

Foto: Symbolfoto: Pedersen/dpa

Cuxland
Netzwelt

Wie Schüler sich im Netz angreifen - und was Eltern tun können

Von Jens Gehrke
3. November 2017 // 17:00

Wenn sich Schüler im Netz angreifen, kann das schlimme Folgen für die Seele haben. Der Film „Fack Ju Göhte 3“ greift dieses wichtige Thema aktuell auf, das auch im Cuxland ein Problem bei jungen Menschen ist.  

Drei Beispielsituationen

Medienpädagoge Moritz Becker vom Verein Smiley aus Hannover, beschreibt drei Beispiel-Situationen, die zurzeit klassisch für Konflikte im Netz sind – und sagt, was Eltern tun können.

Das Bikini-Foto

  • Ein 13- oder 14-jähriges Mädchen ist verunsichert, ob sie zu dick oder dünn ist. Sie schickt ein Foto, das sie im Bikini oder in Unterwäsche zeigt, vertraulich an ihre Freundin. Ein Junge aus der Klasse nimmt sich in einem unbemerkten Augenblick das Handy der Freundin und entdeckt das Foto. Er postet es in einem öffentlichen Instagram-Account.
  • Das können Eltern der Betroffenen tun: Es ist laut Becker wichtig, zuerst einmal der Tochter den Rücken zu stärken. Eltern dürften auf keinen Fall ihrem Kind die Schuld geben, weil es ja ursprünglich das freizügige Foto von sich verschickt hat. Das Kind habe keinen Fehler gemacht, sagt Becker. Erst in einem weiteren Schritt können die Eltern nach Abstimmung mit dem eigenen Kind den Täter, die Lehrer oder in argen Fällen auch die Polizei ansprechen.

Risikofaktor Ex-Freund

  • Wer als Schüler verliebt ist, vergisst die Welt um sich herum. Man ist sich sicher, dass man den Menschen fürs Leben gefunden hat. In dieser Zeit schicken sich ältere Schülerinnen und Schüler Nacktfotos oder sogar Aufnahmen vom gemeinsamen Sex hin und her. Doch solche Beziehungen können in die Brüche gehen, ein Ex-Freund oder Ex-Freundin diese Aufnahmen veröffentlichen
  • Das können Eltern der Betroffenen tun: Es ist laut Becker wichtig, die Tochter oder den Sohn auch in diesem Fall bedingungslos zu unterstützen. Es sei grundsätzlich kein Fehler, anderen zu vertrauen. Der Täter sei immer der, der diese Bilder veröffentlicht. Er trägt die Schuld.

Der Whatsapp-Klassenchat

  • WhatsApp ist der am intensivsten genutzte Dienst unter Jugendlichen. Fast immer bildet sich ein sogenannter „Klassenchat“. Dort unterhält man sich über Hausaufgaben oder verabredet sich zum Longboard-Fahren. In einigen Fällen nutzen einige Schüler in der Klasse die Gruppe, um andere zu beleidigen oder auszugrenzen.
  • Das können Mitschüler tun:  Sie sollen sich laut Becker so couragiert verhalten, wie sie es auch im realen Leben tun würden. Die Betroffenen können oftmals wenig tun, die schweigenden Mitleser hingegen viel. Sie sind gefordert, Partei zu ergreifen, sich einzusetzen für die Person, die angegriffen wird. Wer Angst hat, selbst verbal attackiert zu werden, kann zumindest im Einzelchat Betroffenen Mut machen oder die „Täter“ auffordern, es sein zu lassen. Mitzulesen und nichts zu tun sei oft nicht viel besser als mitzumachen, so Becker.
Mehr zu diesem wichtigen Thema: In der Ausgabe der Nordsee-Zeitung am Samstag, 4. November, findet ihr neben diesem Beitrag ein Interview mit dem Experten Christian Scherg und erfahrt, was vier Jugendliche aus dem Cuxland über Cybermobbing denken. 

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