Julian Röben (Mitte) im Parcours.

Julian Röben (Mitte) im Parcours.

Foto: Rita Rendelsmann

Freizeit

Fahrrad fahren - nur ganz anders

Von Julian Röben
18. Oktober 2021 // 14:00

Ich versuche angestrengt die Balance zu halten, während ich merke, wie mir die ersten Schweißperlen von der Stirn tropfen. Ein mulmiges Gefühl macht sich in meiner Magengegend breit. Mein Puls fängt an zu rasen. „Riders ready, watch the gate“, tönt die elektronische Stimme aus den Boxen. Der Countdown kommt viel zu plötzlich. Blitzschnell springt die Ampel auf Grün. Die Rampe fällt und ich rase ungebremst den Abhang hinunter.

Anzeigen

BMX zu fahren habe ich mir ein bisschen anders vorgestellt. In den paar Videos, die ich mir davon mal im Internet angesehen habe, sah das alles viel einfacher aus. Die fahren halt einfach nur ein bisschen flotter Fahrrad, dachte ich mir.

Tbs: peMein Körper, der nach der knapp zweistündigen Trainingseinheit bei der BMX-Abteilung der LTS Bremerhaven schweißnass war und sich noch mehrere Tage später mit einem Muskelkater auseinandersetzen musste, weiß es allerdings besser. BMX ist eine definitiv nicht zu unterschätzende Sportart. Bei meinem Besuch bei der Bremerhavener LTS habe ich davon einen guten Eindruck bekommen können.

Erste Grundlagen

Nach meiner Ankunft am Vereinsgelände werde ich direkt mit dicken Schutzklamotten ausgestattet. Da bekomme ich erstmals ein unwohles Gefühl. Die Kleidung hat schließlich seine Gründe. Auf der kurzen Fahrt zur BMX-Bahn unterhalte ich mich mit dem 19-jährigen Assistenztrainer Jannik Koschan. Er fährt bereits seit acht Jahren BMX und hat ein dementsprechend hohes Fachwissen. Er erklärt mir, dass die Ähnlichkeiten vom BMX zum Motocross unverkennbar sind. Das wird alleine schon dadurch klar, dass die Bezeichnung „BMX“ nichts anderes ist, als die Abkürzung für „Bicycle Motocross“. Von ihm und dem ebenfalls turniererfahrenen Trainer Frank Sulzbach erhalte ich eine Einweisung in die grundlegendsten Techniken des BMX-Fahrens. Davon gibt es gar nicht mal so wenige – BMX zu fahren ist deutlich technischer, als ich angenommen habe.

Großes Vertrauen in die Gruppe

Die Trainer haben der Gruppe relativ viel Freiraum beim Fahren gelassen. Dieses Vertrauen ist begründet: In der gesamten Trainingseinheit kam es zu keinem einzigen Sturz. Dass die Fahrer es draufhaben, kann man auch daran erkennen, dass ein erst zwölf Jahre alter Fahrer bereits an einer Weltmeisterschaft im BMX teilnehmen durfte. Beeindruckend!

Tbs: peIm Weiteren hat mir Heike Drees, die Verantwortliche für die BMX-Abteilung der LTS, berichtet, dass die Verletzungen, die sich seit dem Bau der Bahn auf dieser ereignet haben, an einer Hand abzuzählen sind. Von einer gefährlichen Sportart kann also nicht gesprochen werden.

Die Anlage

Die Bahn, auf der der Verein trainiert, befindet sich im Gesundheitspark Speckenbüttel im Norden von Bremerhaven. Sie existiert bereits seit 2009, ist öffentlich zugängig und kann von jedem genutzt werden. Die LTS behält sich jedoch vor, während der Trainingszeiten Personen auszuschließen, die nicht über die notwendige Schutzausrüstung oder das geeignete Rad verfügen. Im Allgemeinen ist ohnehin davon abzuraten, einen BMX-Parcours ohne passende Schutzkleidung oder passendes Rad zu befahren.

Interesse geweckt?

Ich habe an diesem Tag eine mir eher unbekannte Sportart sehr zu schätzen gelernt. Ich hatte sehr viel Spaß am BMX, was nicht nur an dem Sport an sich, sondern auch an der überaus herzlichen Aufnahme der Mitglieder des Vereins gelegen hat. Wer neugierig geworden ist, kann gerne dem Training der LTS Bremerhaven einen Besuch abstatten! Mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr findet ein Training für alle statt, die am BMX interessiert sind.

Weitere Informationen zu Trainingszeiten und zur Kontaktaufnahme gibt es unter www.lts-bremerhaven.de/bmx.

Gut eingepackt und geschützt stürzt sich Julian auf die BMX-Bahn.

Gut eingepackt und geschützt stürzt sich Julian auf die BMX-Bahn.

Foto: Rita Rendelsmann

Es bedarf genügend Speed, um für diesen Jump ausreichend Schwung zu haben. Körperspannung und eine gute Motorik sind die Voraussetzung für solche Moves.

Es bedarf genügend Speed, um für diesen Jump ausreichend Schwung zu haben. Körperspannung und eine gute Motorik sind die Voraussetzung für solche Moves.

Foto: Rita Rendelsmann

Coach Frank Sulzbach (links) achtet darauf, dass seine Schützlinge gut vorbereitet sind, bevor sie in den Parcours hinabbrausen.

Coach Frank Sulzbach (links) achtet darauf, dass seine Schützlinge gut vorbereitet sind, bevor sie in den Parcours hinabbrausen.

Foto: Rita Rendelsmann

Wooopaa!! Jannik Koschan zeigt beim Jump locker sein Können und kann in der Luftproblemlos einen seitlichen Spin zaubern. Der 19-Jährige hat schon viel Erfahrung und untersützt seinen Coach in den Trainingseinheiten mit dem BMX-Nachwuchs.

Wooopaa!! Jannik Koschan zeigt beim Jump locker sein Können und kann in der Luftproblemlos einen seitlichen Spin zaubern. Der 19-Jährige hat schon viel Erfahrung und untersützt seinen Coach in den Trainingseinheiten mit dem BMX-Nachwuchs.

Foto: Rita Rendelsmann

BMX-Coach Frank Sulzbach weist Julian Röben geduldig in die richtige Haltung auf dem BMX-Rad ein. Das ist wichtig, denn wenn die Rampe fällt, geht es steil bergab und das BMX-Rad nimmt flott Fahrt auf.

BMX-Coach Frank Sulzbach weist Julian Röben geduldig in die richtige Haltung auf dem BMX-Rad ein. Das ist wichtig, denn wenn die Rampe fällt, geht es steil bergab und das BMX-Rad nimmt flott Fahrt auf.

Foto: Rita Rendelsmann

Diese Artikel könnten dich auch interessieren
Sollte es in Deutschland eine Impfpflicht geben?
2620 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger