Mädchen mit einem Meerschweinchen.

Immer wieder werden Tiere zu Weihnachten verschenkt. Doch der Festtrubel bedeutet für sie Stress.

Foto: AOK-Mediendienst, 53177 Bonn

Gesundheit
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AOK-SPEZIAL

Haustiere: Kein gutes Weihnachtsgeschenk

22. November 2022 // 08:30

Noch sind knapp sieben Wochen Zeit bis Weihnachten. Für manche Menschen beginnt jetzt schon die Suche nach Geschenken für die Lieben.

Tiere sind beliebt

Was immer die lieben Kinder sich wünschen - ihnen Haustiere unter den Weihnachtsbaum zu legen, ist keine gute Idee.

Haustiere sind beliebt: 2021 lebten 34,7 Millionen Hunde, Katzen und Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und Hamster in deutschen Haushalten. Sie ausgerechnet zum Fest der Feste anschaffen, ist aus diversen Gründen nicht empfehlenswert. Für die Tiere bedeutet es meist puren Stress, wenn sie sich im Trubel des Festes eingewöhnen müssen. Und bei manchen Besitzerinnen und Besitzern macht sich nach der ersten Begeisterung angesichts der neuen Pflichten schnell Ernüchterung breit. Auch die Kosten unterschätzen viele. Die Folge: In den Monaten nach Weihnachten verzeichnen die Tierheime verstärkten Zulauf von Hund, Katze und Co.

Gut für die Gesundheit

Dass sich das Zusammenleben mit Tieren positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt, ist bekannt: „Als gesundheitsfördernd gelten eine höhere Lebenszufriedenheit durch das Gefühl des Gebrauchtwerdens, Stressabbau durch Tierkontakt und Beobachtung, vermehrte körperliche Bewegung und mehr Sozialkontakte“, heißt es beim Robert Koch-Institut zum Thema „Heimtierhaltung“. „Auch älteren und chronisch kranken Menschen tut ein Haustier nachgewiesenermaßen gut, sie gehen seltener zum Arzt und benötigen weniger Medikamente“, kommentiert Birgit Lesch, Diplom-Psychologin bei der AOK. Doch es gibt auch Risiken: Haustiere können Krankheiten übertragen, kratzen oder beißen und Allergien auslösen oder sogar noch verschlimmern.

Für und Wider abwägen

Wer ein Tier in die Familie aufnehmen möchte, sollte sich daher zuvor ausführlich über dessen Bedürfnisse informieren und das Für und Wider abwägen. Dabei kommt es auch darauf an, wie alt die Kinder sind, die sich um das Tier kümmern werden, und auf die Erfahrung und das Wissen der Eltern. „Haustiere sind kein Spielzeug. Sie begleiten uns über eine lange Zeit: Katzen zum Beispiel werden etwa 16 Jahre alt, Hunde rund 14 Jahre, Zwergkaninchen bis zu zehn Jahre“, sagt Birgit Lesch. Wer geht mit dem Hund Gassi und versorgt das Tier, wenn die Familie in den Urlaub fährt? Das müsse vorab geklärt werden, denn man übernehme die Verantwortung für ein Lebewesen.

Kosten im Blick behalten

Auch die Kosten sollte man im Blick haben: Laut Deutschem Tierschutzbund fallen pro Hund je nach Größe allein Hundesteuer, Haftpflichtversicherung, Futter, Impfung, Entwurmung und Parasitenbehandlung Kosten von rund 750 bis 1.200 Euro jährlich an. Als weniger aufwendig gelten oft Nagetiere oder Reptilien, etwa Schildkröten. Wenn es aber um das Säubern ihres Domizils geht, ist das Interesse oft schnell verflogen.

Nach dem Fest abholen

Soll es trotz allem ein Tier als Geschenk sein, ist das Tierheim eine gute Anlaufstelle. Aber, rät Birgit Lesch: „Tun Sie Ihrem neuen Haustier und sich den Gefallen und holen es erst nach Weihnachten in einer ruhigeren Phase ab, damit sich alle daran gewöhnen können.“ Stellvertretend könnte dann auch erstmal ein Plüschtier unterm Weihnachtsbaum warten. (ams)

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