Sonne und Wärme sind eine Wohltat für Körper, Geist und Seele. Wer einiges dabei berücksichtigt, tut seiner Haut einen Gefallen.

Sonne und Wärme sind eine Wohltat für Körper, Geist und Seele. Wer einiges dabei berücksichtigt, tut seiner Haut einen Gefallen.

Foto: Farrinni

Gesundheit

Sonnige Aussichten Mit dem richtigen Schutz lässt sich die Sonne unbeschwert genießen

9. August 2021 // 13:41

Endlich Sonne! Das schöne Wetter macht uns glücklich und aktiv. Und nicht zuletzt verleiht die UV-Strahlung eine attraktive Bräune. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: „Viele Menschen unterschätzen die gesundheitlichen Gefahren des Sonnenbadens“, sagt Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband. Er gibt Tipps, wie Sonnenhungrige Hautschäden vermeiden können.

Sich stundenlang der prallen Sonne aussetzen – und mit Sonnencreme sparen: Das sind Dinge, die die Haut nicht vergisst. Die Sonnenstrahlung lässt die Haut vorzeitig altern und ist ein wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs. Um dauerhafte Hautschäden davonzutragen, muss es nicht erst zu einem Sonnenbrand kommen. Schon lange vor einem Sonnenbrand ist die Haut belastet.

Schatten, Kleidung und Sonnenbrille

Die Mittagssonne zu meiden ist die beste Maßnahme, um die Haut nicht unnötig zu belasten. Gerade im Hochsommer sollte man sich bei prallem Sonnenschein zwischen 11 und 15 Uhr ein schattiges Plätzchen suchen oder sich in Innenräumen aufhalten. Das Gleiche gilt für Urlaubsaufenthalte in südlichen Breiten. Kinder und Erwachsene schützen sich dann vor zu intensiver Sonneneinstrahlung am besten mit Sonnenschirm, Hut und Kleidung sowie einer Sonnenbrille. Wer auf Nummer sichergehen will, kauft spezielle UV-Schutztextilien, am besten nach UV-Standard 801 zertifiziert. Die bieten auch im nassen Zustand einen UV-Schutz , während normale Kleidung an Schutz verliert, wenn sie nass wird.

Höhere UV-Belastung am Strand und in den Bergen

Außerdem sollte eine Sonnencreme mit UV-A- und UV-B-Schutz und hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen werden. Dabei ist die Verwendung von Sonnencreme nicht so ein zuverlässiger Schutz wie Schatten und Kleidung. Das gilt insbesondere für den Urlaub am Strand: Wasser und heller Sand reflektieren das Sonnenlicht und erhöhen dadurch die UV-Belastung erheblich. Auch in den Bergen nimmt die Strahlenintensität zu: Pro 1000 Höhenmeter um etwa zehn Prozent. Da ist es gut für die Haut, wenn das Wandern oder Baden auf den frühen Vormittag oder späten Nachmittag verlegt und mittags eine schattige Siesta abgehalten wird.

Nicht mit Creme sparen

Doch auch im Schatten ist noch viel UV-Strahlung vorhanden. Bei lockerer Bewölkung dringen noch bis zu 75 Prozent der UV-Strahlung durch. Wer ein längeres Sonnenbad ohne die unangenehmen Folgen eines Sonnenbrandes genießen will, für den gilt: eincremen oder sprayen – und zwar reichlich. Untersuchungen zeigen nämlich, dass viele Menschen ziemlich sparsam mit Sonnenschutzmitteln umgehen. Ein Erwachsener benötigt etwa einen Teelöffel fürs Gesicht und sechs Teelöffel für den ganzen Körper. Außerdem sollte der Lichtschutzfaktor (LSF) stimmen, der angibt, um wie viel Mal sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Die Eigenschutzzeit wiederum bezeichnet die Zeitdauer, die man die ungebräunte Haut maximal der Sonne aussetzen kann, ohne dass sie rot wird. Je empfindlicher die Haut, desto kürzer die Eigenschutzzeit – und desto höher sollte der LSF sein.

Auch wasserfeste Sonnenschutzmittel „verwässern“ übrigens beim Baden oder starkem Schwitzen, sodass Nachcremen erforderlich ist. Doch Achtung: Viele Menschen glauben, dass sich durch wiederholtes Eincremen die Schutzzeit immer wieder verlängert, doch das funktioniert nur einmal pro Tag. Wichtig ist auch, die Sonnencreme rechtzeitig zu verwenden und nicht erst, wenn man schon eine Weile in der Sonne war. Die meisten Lichtschutzmittel wirken sofort nach dem Auftragen, manche müssen jedoch erst einige Zeit einwirken, bevor sie einen Schutz bieten.

Hautärzte unterscheiden vier europäische Hauttypen:
· Typ I: Der sogenannte keltische Typ hat sehr blasse Haut und ist am lichtempfindlichsten: Er wird gar nicht braun und verbrennt sich schon nach wenigen Minuten. Im Sommer sollte er sich ohne hohen LSF (am besten 50) gar nicht aus dem Haus trauen. Eigenschutzzeit: 5 bis 10 Minuten.

· Typ II: Der sogenannte nordische Typ mit blonden Haaren hat ebenfalls sehr empfindliche Haut und braucht besonders anfangs einen hohen Faktor, doch kann er im Laufe der Sommermonate mit einer leichten Bräune rechnen und zu einem mittleren LSF übergehen. Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten.

· Typ III: Dieser Mischtyp mit dunkelblonden bis braunen Haaren gilt als mitteleuropäischer Normalfall und wird fortschreitend braun, kann sich jedoch vor allem anfangs auch schnell verbrennen. Bei nicht vorgebräunter Haut mindestens mittleren LSF benutzen. Eigenschutzzeit: 15 bis 25 Minuten.

· Typ IV: Der mediterrane Typ mit olivfarbenem Teint bleibt weitgehend von einem Sonnenbrand verschont, sodass ein niedriger LSF reicht. Eigenschutzzeit: 20 bis 30 Minuten.

Sicher Sonnen heißt:
· Mittags im Schatten aufhalten.

· Reichlich Sonnencreme mit richtigem Lichtschutzfaktor benutzen. Sonnenöle haben häufig einen niedrigeren Lichtschutzfaktor als Sonnenmilch und bieten deshalb oft keinen ausreichenden Schutz.

· Auf UV-A-Siegel achten. Moderne Sonnenschutzmittel schirmen nicht nur UV-B-, sondern auch UV-A-Strahlen ab, sodass sie einem Sonnenbrand effektiver entgegenwirken.

· Beim Cremen oder Sprayen Ohren, Nacken, Füße und gegebenenfalls Kopfhaut nicht vergessen.

· Nach Baden oder Schwitzen nachcremen.

· Kopfbedeckung und Sonnenbrille aufsetzen.

· Bei starker Sonneneinstrahlung oder lichtempfindlicher Haut (auch für Kinder) empfehlen sich ein textiler Schutz wie T-Shirt, Hemd und Hose.

Keine Chance für Hautkrebs

Die AOK Bremen/Bremerhaven bietet allen jungen Männern und Frauen ab dem 15. Geburtstag ein jährliches Hautkrebs-Screening bei einem Dermatologen an. Wer sich in jungen Jahren häufig direkter Sonnenstrahlung aussetzt oder ins Solarium geht, hat ein größeres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Ein hierzu qualifizierter Hausarzt oder ein Dermatologe begutachtet während der Untersuchung die gesamte Haut des Versicherten und fragt gezielt nach Hautveränderungen. Doch auch wenn einem selbst an der Haut Veränderungen auffallen, sollte man schnell einen Hautarzt aufsuchen, um den verdächtigen Fleck unter die Lupe nehmen zu lassen. Der Erfolg einer Behandlung ist selbstverständlich höher, je früher sie erfolgt. Weitere Informationen zum Thema „Hautkrebs frühzeitig erkennen“ sind unter aok.de/bremen > Suchwort: Hautkrebs zu finden.

Unter Nord24.de/Lotse gibt es weiterführende Informationen zu „Sonnenallergie: Wenn’s nach dem Sonnenbaden juckt“ und „Zu viel Sonne kann ins Auge gehen: Worauf es bei einer Sonnenbrille ankommt“.

Weitere AOK-Informationen zum Sonnenbaden:

· „Sonnenbaden: Tipps für den perfekten Hautschutz“: aok.de/pk/magazin/reisen/sicher-reisen/sonnenbaden-tipps-fuer-den-perfekten-hautschutz

· „Hitzepickel: Was dagegen hilft und wie man sie los wird“: aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/hitzepickel-was-dagegen-hilft-und-wie-man-sie-loswird

· „Sonnenstich: Symptome ernst nehmen und ab in den Schatten“: aok.de/pk/magazin/reisen/reisekrankheiten/sonnenstich-symptome-was-tun

Informationen rund ums Reisen (Reiseapotheke, Impfungen, Auslandskrankenversicherung, Zusatzversicherungen): aok.de/reisen und aok.de/pk/magazin/reisen.

Wer wissen möchte, wie stark die aktuelle UV-Strahlung ist, kann beim UV-Index des Bundesamtes für Strahlenschutz unter bfs.de/uv-prognose nachschauen. Unter bfs.de > Themen > UV-Strahlung > Schutz vor UV-Strahlung gibt es weitere Informationen zum Schutz mit Hilfe von Cremes, Kleidung und Sonnenbrillen.

Stiftung Warentest und Öko-Check führen regelmäßig Tests zu Sonnenschutzmittel durch. Weitere Infos dazu finden sich unter test.de/thema/sonnenschutzmittel/tests und oekotest.de > Suchwort: Sonnencremes.

Früh übt sich: Mit Sonnencreme sollte nicht gespart werden.

Früh übt sich: Mit Sonnencreme sollte nicht gespart werden.

Foto: AOK-Mediendienst

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