Vier Freibeuter des Rocks greifen an,

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Foto: Yvonne Bösel (Studio 23)

Kultur

Brathering hauen richtig rein – aber nicht in die Pfanne

Von Rita Rendelsmann
29. April 2021 // 11:00

Die Musikszene von Bremerhaven ist trotz oder wegen der Corona-Pandemie nahezu unbemerkt von Liebhabern und Kennern härterer Töne um eine Formation reicher: Das Quartett Brathering, das in identischer Besetzung wie Love Buzz, aber mit eigenen Songs, unterwegs ist. Dem Nord24 Lotse sind die Mucke-Matrosen Patrick Focken, Basti Böhm, Cristobal Bullwinkel und Kevin Ricke für ein exklusives Zoom-Interview ins Netz gegangen.

Wie seid Ihr auf den Namen Brathering – einem beliebten Wortspiel aus dem Englisch-Unterricht von Nordkindern – gekommen?

Cristobal: Weil wir die Leute gerne verwirren und wir den Namen witzig fanden, weil jeder den Joke kennt.

Kevin: Und weil uns alle vereint, dass wir zwar aus Bremerhaven kommen, aber keine Ahnung von Fisch – aber Schuppen haben.

Basti: Hey, in erster Linie sind wir nicht von dieser Welt und wollten dennoch zeigen, dass wir einen Bezug zu diesem Planeten haben.

Esst Ihr denn wenigstens gerne Fisch?

Kevin: Ich komme aus einer Seefahrer-Familie, deshalb hab ich mein Lebenspensum an Fisch schon als Kind erfüllt.

Basti: Fischstäbchen sind mir Fisch genug.

Patrick: Als waschechter Ostfriese liebe ich natürlich Fisch und habe als kleiner Bengel im Moor Stichlinge geangelt. Die haben aber mehr Gräten als irgendwas.

Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Was spielt Ihr für Mucke?

Kevin: Wir machen auf jeden Fall keine Shantys, sondern eigene Musik, auf die wir Bock haben. Wir lassen uns in keine Schublade stecken.

Basti: Scheiße, den Schubladenspruch bringt doch jede Band von sich in Interviews.

Kevin: Ok, dann lass‘ es mich anders formulieren: Irgendwie schauen wir musikalisch in jede Musikrichtung, halten kurz den Mittelfinger hin und hauen wieder ab (alle lachen).

Cristobal: In unseren Stücken vereint sich die gesammelte Wut auf das, was gerade abgeht – oder was eben nicht abgeht. Eigentlich wollten wir 2020 mit Love Buzz auf Tour gehen, doch alle Gigs wurden abgesagt. Und da wir immer was Eigenes machen wollten, aber nie die Zeit hatten, haben wir die Pause als Chance genutzt.

Patrick: Wenn wir das Wort gepflegter Punkrock in den Mund nehmen, machen wir aber auch nichts falsch.

Wie viele eigene Stücke habt Ihr denn schon auf Lager?

Kevin: Das müssten zehn Stücke sein. Fünf davon können wir schon sicher spielen. Da wir aber seit knapp vier Monaten nicht proben konnten, sind wir da noch nicht viel weiter gekommen.

Basti: Außerdem arbeiten zwei von uns im Schichtdienst. Aber Demoversionen von dem ein oder anderen Stück können wir schon vorweisen.

Wie komponiert und textet Ihr Eure Songs?

Patrick und Kevin gleichzeitig: Wir komponieren alle zusammen.

Kevin: Cristobal textet am meisten. Wir tragen unsere Ideen zusammen und regeln das demokratisch. Jeder hat Mitspracherecht.

Cristobal: Sie handeln hauptsächlich von Wut, sind teilweise auch politisch und erzählen von Beziehungen in jeder Form.

Basti: Ja, unsere Stücke handeln auch von Liebe und davon, dass wir in unsere Musik verliebt sind.

Kevin: Die Musik ist unser Anker. Auch bei rauer See.

Die Vollblut-Matrosen spielen Straight-In-Your-Face-Rock für Leute, die bei Smoke Blow lässig mitschnipsen und The Bronx als Weckton haben. Nach dem Kennenlernen auf einem Shrimp-Kutter, haben die vier Jungs ein U-Boot gekapert und donnern mit ihrer Kapelle unbeirrbar nach vorn: Drums und Bass pumpen aus dem Maschinenraum, Gitarrenriffs, die treffen wie die peitschende Gischt. Holt die Fässer aus der Kombüse und lasst Euch beseelen vom Spannendsten, was der Norden derzeit zu bieten hat. Volle Kraft voraus für BRATHERING (spanisch ausgesprochen).

Die schwarze Schrift hat sich für immer auf ihrer Haut verewigt und vereint Cristobal Bullwinkel, Patrick Focken, Basti Böhm und Kevin Ricke (Bild oben von links) als Brathering bis über den Tod hinaus.Kein Wunder, denn wenn die vier gemeinsam die Bühne rocken, spielen sie sich wortwörtlich die Seele aus dem Leib. Versuche von musikalischen Exorzisten wie Pop-Predigern oder Schlager-Softies, ihnen diese Leidenschaft auszutreiben, sind immer wieder chancenlos gescheitert. Zum Glück! Denn die Power-Riffs der vier Punk-Piraten stürmen aus den Lautsprechern und reißen ihre Zuhörer gnadenlos mit wie die tosende See bei Windstärke 12. Wer sich traut, sich der steifen Brise von Brathering entgegenzustellen, kann dies online unter Nord24/Lotse/Brathering wagen. Aber Vorsicht: Für Rettungsringe ist im Vorfeld selbst zu sorgen!Dann wünschen wir Euch viel Spaß und stecht mit Brathering akustisch in See! Ahoi!

Die schwarze Schrift hat sich für immer auf ihrer Haut verewigt und vereint Cristobal Bullwinkel, Patrick Focken, Basti Böhm und Kevin Ricke (Bild oben von links) als Brathering bis über den Tod hinaus.Kein Wunder, denn wenn die vier gemeinsam die Bühne rocken, spielen sie sich wortwörtlich die Seele aus dem Leib. Versuche von musikalischen Exorzisten wie Pop-Predigern oder Schlager-Softies, ihnen diese Leidenschaft auszutreiben, sind immer wieder chancenlos gescheitert. Zum Glück! Denn die Power-Riffs der vier Punk-Piraten stürmen aus den Lautsprechern und reißen ihre Zuhörer gnadenlos mit wie die tosende See bei Windstärke 12. Wer sich traut, sich der steifen Brise von Brathering entgegenzustellen, kann dies online unter Nord24/Lotse/Brathering wagen. Aber Vorsicht: Für Rettungsringe ist im Vorfeld selbst zu sorgen! Dann wünschen wir Euch viel Spaß und stecht mit Brathering akustisch in See! Ahoi!

Foto: PR

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