Mann und Nonne im Hintergrund

Sofie Miller als Novizin Isabella und Michael Meyer als Angelo.

Foto: Marianne Menke

Kultur

Freitag, 6. Mai, 19.30 Uhr, Theater am Leibnizplatz: MASS FÜR MASS

Shakespeares zwielichtiges Wiener Gesindel

Von Rendelsmann
2. Mai 2022 // 15:00

Am Freitag, 6. Mai, 19.30 Uhr, spielt die Bremer Shakespeare Company im Theater am Leibnizplatz das Stück MASS FÜR MASS von William Shakespeare.

Shakespeares fiktives Wien ist eine moralische heruntergekommen Metropole, in dem sich zwielichtiges Gesindel breit gemacht hat und der Alltag von Prostitution und Kriminalität durchdrungen ist.

Radikaler Schnitt

Anscheinend ist die allzu liberale Regierung der Präsidentin nicht ganz unschuldig daran, weshalb sie einen radikalen Schnitt wagt: sie setzt Angelo als Interims-Regenten ein, angeblich um auf Reisen zu gehen. In Wahrheit jedoch verkleidet sie sich als Nonne und mischt sich unters Volk der Stadt. Angelo gilt als echter Hardliner und unbestechlich, rechtschaffen bis auf die Knochen. Seine erste Amtshandlung ist ein Todesurteil: Claudio, der seine Geliebte vorehelich geschwängert hat, soll wegen Unzucht hingerichtet werden.

Bitte um Begnadigung

Doch Lucio, Claudios Freund, überredet dessen Schwester, Isabella, bei Angelo um seine Begnadigung zu bitten. Isabella ist Novizin und ihre Reinheit und ihre eindringlichen Bitten rufen noch nie gekannte Gefühle in Angelo wach: ist es Verliebtheit oder nur Lust? Er sieht seine Gelegenheit gekommen, endlich auch zu erfahren, was es mit der Liebe und der Lust auf sich hat und erpresst Isabella: wenn sie mit ihm schläft, würde er ihren Bruder begnadigen.

Listiger Ausweg

Isabella ist empört und opfert lieber ihren Bruder als ihre selbstbestimmte Keuschheit. Als sich die Schlinge immer mehr zuzieht, bittet Isabella die Präsidentin, die inkognito unterwegs ist, um Hilfe. Und die findet einen listigen Ausweg, Angelo bei seinen eigenen Verfehlungen zu packen… Dunkelheit und Begierde spielen dabei eine Rolle.

Schwarzer Humor

Auf geniale Weise mixt William Shakespeare diesen lebensbedrohlichen Konflikt mit Situationen voll schwarzen Humors und rechtsphilosophischen und theologischen Argumentationen - ein Krimi, der die Frage stellt, was eine Regierung darf, um dem Recht Geltung zu verschaffen.

Nach der Übersetzung von Chris Alexander. Regie: Stefan Otteni. Bühne. Heike Neugebauer. Kostüme. Rike Schimitschek. Musik: Thomas Krizsan. Musikalische Leitung: Ekke Lampe-Steinhage. Mit: Simon Elias, Tim Lee, Peter Lüchinger, Michael Meyer, Sofie Miller, Petra-Janina Schultz, Kathrin Steinweg.

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