Still Collins waren die Hauptband bei LoxRock und sorgten für Bewegung und Begeisterung im Gertrudenpark.

Still Collins waren die Hauptband bei LoxRock und sorgten für Bewegung und Begeisterung im Gertrudenpark.

Foto: Rita Rendelsmann

Lotse

LoxRock: Bei „Phil“ Collins wogt die Menge

13. Juni 2022 // 10:57

2500 Besucher erlebten bei lauschigen Sommertemperaturen LoxRock im Getrudenpark. Die Kult-Veranstaltung fand coronabedingt erst nach einer vierjährigen Pause wieder statt. Es war die verschobene Staffelübergabe des ehemaligen Leiters der Jugendpflege Leo Mahler an Jannik Böckhaus-Müller als Organisator des Open-Air-Events.

Und der 29-jährige Sozialpädagoge bestand seine Feuerprobe mit Bravour. Denn die Veranstaltung lief reibungslos und war mit 2500 Besuchern ein voller Erfolg. „Das war anspruchsvoll, weil ich erst am 1. April meine Stelle als Sozialpädagoge in der Jugendpflege Loxstedt angetreten habe und daher die Planung und Organisation trotz der guten Vorbereitung von Leo und dem Team sehr komprimiert war“, gestand Böckhaus-Müller im Nachhinein erschöpft, aber glücklich.

Glücklich nicht zuletzt, weil die Veranstaltung dank des tollen Bühnenprogramms ein voller Erfolg war. Nach der Begrüßung von Bürgermeister Detlef Wellbrock eröffnete die Gruppe LMS-Anplackt der Loxstedter Musikschule den musikalischen Marathon im Getrudenpark. Die Formation ist seit LoxRock 2016 fester Bestandteil der Loxstedter Musikschule mit wechselnden Besetzungen aus Loxstedter Nachwuchstalenten, die gemeinsam Popsongs in spannenden Akustikversionen interpretieren: Flora Nuber, Leonie Wellbrock, Carla Lottke und Dena Ullmann (alles Preisträgerinnen beim „Jugend musiziert“ Wettbewerb 2022) zeigten ihr Können musikalisch, unterstützt von Niklas Bär, Malte Cassens, Nathalie Harms, Maresa Meyer, Saskia Neckien, Felix Nuber und Peer Stindt.

Es ging heiß weiter

Nach dem poppig bunten Bubbletea übernahmen dann die „alten Hasen“ von FLAX die Bühne, die sich selbst mit hochprozentigem Whisky vergleichen. Sie spielten hauptsächlich instrumentale Versionen von Klassikern aus der Feder von Santana, Emerson, Lake & Palmer oder Gary Moore und unterhielten die Zuschauer im Ger trudenpark mit einem Quiz über bekannte TV-Intros, die man laut Lars Leminski „zwar sofort erkennt, aber keine Ahnung hat, wie sie heißen“.

Den Whiskey für die Ohren hatte gefühlt die Riff-Gatt-Band bereits intus. Denn das Trio mit Dr. Theodosius Drocksky (Gitarre, Gesang), Tante Portas (Gesang, Bass, Mundharmonika, Schlagwerk) und Lord Lotzi (Akkordeon, Gesang, Waschbrett) versprühte mit ihrem ostfriesischen „Bost-Rock“ in plattdeutscher Sprache echte Pub-Atmosphäre mit eingängigen Stücken wie „Mors hoch un danz“ oder „The great song of schiet-egal“. Auch die Döntjes kamen bei den virtuosen Musikern nicht zu kurz und sorgten für gute Laune vor und auf den Bierwagen.

Ein Heimspiel hatte das Quintett „Hey Joe“, deren Mitglieder sich tatsächlich nur für LoxRock zusammenfindet, um gemeinsam ihre Fangemeinde mit handgemachter Mucke zu beglücken. Die „Loxstedter Urgewächse“ enttäuschten ihre Zuhörer nicht und bewiesen, dass sie zu Recht die letzte Vorhut des Top-Acts Still Collins waren.

Altbekannte Musik

Still Collins waren der Headliner bei LoxRock und sorgten für Bewegung und Begeisterung im Gertrudenpark.

Still Collins waren der Headliner bei LoxRock und sorgten für Bewegung und Begeisterung im Gertrudenpark.

Foto: Rendelsmanan

Die gefragte Phil-Collins- und Genesis-Tributeband brauchte auch nur einen Akkord zu spielen, und die Fläche vor der Bühne verwandelte sich schlagartig zu einer homogen wogenden Masse. Die Zuschauer waren text- und rhythmussicher und tanzten zur kompletten Palette von Collins und Genesis begeistert ab.

„Die Musiker sind professionell und richtig gut“, lobte auch Besucher Pascal Gentner, der zum ersten Mal bei LoxRock war. „Mich hat besonders gefreut, dass die auch Stücke von Peter Gabriel gespielt haben“, verriet der Leiter der Musikschule Hagen-Beverstedt, der nach eigenen Worten selten Auftritte von Coverband besucht. „Aber die Atmosphäre im Getrudenpark ist einfach toll, ein echtes Familienfest. Mir hat gefallen, dass auch Kinder bis in den Abend mit dabei waren, langsam lernen wir von der südländischen Mentalität.“ Auch für Neu-Loxstedter Edip Yildiz war LoxRock eine Premiere. „Mir gefällt das Konzept und es ist so entspannt und friedlich hier. Ich bin gerne auch beim nächsten Mal wieder dabei.“

Die Riff-Gatt-Band aus Timmel spielte soliden akustik Plattdeutschrock mit viel Sinn für Humor.

Die Riff-Gatt-Band aus Timmel spielte soliden akustik Plattdeutschrock mit viel Sinn für Humor.

Foto: Rendelsmann

Ein nächstes Mal wird es bestimmt auch für Jannik Böckhaus-Müller als Organisator von LoxRock geben, bei dem über 1200 Liter Bier gezapft, 200 Kilo Pommes, 1200 Bratwürste und 400 Nackensteaks verzehrt wurden. Der 29-Jährige hat im Anschluss bis in die frühen Morgenstunden mit Kollegen, Freiwilliger Feuerwehr Loxstedt und Ehrenamtlichen auf der Fläche nach dem Event wieder „klar Schiff“ gemacht.

„Die Jungs von der Freiwilligen Feuerwehr haben schon gescherzt, dass mit LoxRock meine Probezeit beendet ist. Aber ehrlich, das hätte ich nie ohne die Hilfe aller geschafft“, freute sich Böckhaus-Müller. Bei der Feuerwehr wurden durchgehend die Becher coronakonform heiß abgewaschen, Ehrenamtliche standen auf den Bierwagen, und der Sponsor (Edeka Schomacker) lieferte abends spontan 80 Kilo Pommes nach. Leo Mahler und die anderen aus dem Orga-Team waren eine echte Stütze. „Das war der optimale Zeitpunkt für die Übergabe“, zeigte sich Böckhaus-Müller am Ende erleichtert. „Ich hoffe, dass Leo in zwei Jahren beim nächsten LoxRock als Gast mit dabei sein wird und stolz auf seine Nachfolger ist.“ (ike)

Wer soll Kapitän der Fischtown Pinguins werden?
761 abgegebene Stimmen
Folge nord24 via Messenger
Folge den Pinguins via Messenger