Die im Labor der Hochschule Bremerhaven zu Testzwecken selbst hergestellten Kügelchen aus Alginat und Rote-Bete-Saft können in verschiedenen Größen hergestellt werden, abhängig von der Größe der verwendeten Pipette.

Die im Labor der Hochschule Bremerhaven zu Testzwecken selbst hergestellten Kügelchen aus Alginat und Rote-Bete-Saft können in verschiedenen Größen hergestellt werden, abhängig von der Größe der verwendeten Pipette.

Foto: Cristobal Bullwinkel/Studio23

Wissen

Das Revival des Bubble Tea

13. Oktober 2021 // 12:33

Der Kult-Tee aus Asien wird gern von jungen Leuten getrunken. Doch was steckt eigentlich in dem gallertartigem Getränk, das unter dem Namen Bubble Tea viele Fans hat? Das Lotse-Team hat es untersuchen lassen.

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Der Bubble Tea ist nach einer etwa zehnjährigen Pause wieder zurück und besonders bei Jugendlichen hoch im Kurs. Doch was verbirgt sich hinter diesem bisweilen poppig anmutenden Getränk, an dem sich die Geister scheiden? Das Lotse-Team hat Dr. Hauke Hilz, Professor für Lebensmittelchemie an der Hochschule Bremerhaven, ins Boot geholt. Er fühlt dem asiatischen Getränk und den Kügelchen auf den Zahn und lüftet ihr Geheimnis.

Das verrät der prüfende Blick des Lebensmittelchemikers

Mit einem Löffel rührt der Lebensmitteltechnologe zunächst den mitgebrachten Bubble Tea vorsichtig um. Dabei beobachtet er genau, wie elastisch die mittlerweile blassgrünen Kügelchen in der roten Flüssigkeit wirken (Die Getränke wurden bereits am Vortag hergestellt und gekauft). „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Kügelchen über Nacht ihre Farbe verloren haben“, bewertet Hilz. „Dann sind die Farben natürlich. Wäre da Chemie mit im Spiel, wären sie noch genauso bunt.“

Gelartige Hülle

„Die Tapiokakügelchen bestehen aus Stärke und haben keinen eigenen Geschmack. Den liefert der Saft oder der Sirup. Oder aus Alginat, das mit dem Saft gemischt dann sofort eine gelartige Hülle bildet, wenn er in Kontakt mit einer Calciumlösung kommt.“ Das sei eine automatische Reaktion der Komponenten, einfach herbeizuführen und eigne sich deshalb hervorragend für Experimente im Schulunterricht , weiß Hilz. Um seine Worte mit Fakten zu belegen, rührt er jetzt Alginat mit Wasser mit einem Pürierstab an. Es bildet sich sofort eine gelartige Masse, die an die Zubereitung von Marmelade oder Gelee erinnert. „Das ist auch nichts anderes, Pektin kennen ja viele noch vom Marmeladekochen.“

Knallige rote Kügelchen als Kontrast

Um den Kügelchen eine auffällige Farbe zu verleihen, träufelt der Professor jetzt einige Tropfen Rote-Bete-Saft in das Gemisch und zieht die Flüssigkeit in eine Pipette auf. Diese hält er anschließend schräg und lässt Tropfen in das Becherglas fallen. Sofort verkapseln sich diese und schwimmen als rote Kügelchen in dem durchsichtigen Gemisch. Das Geheimnis der Bubbles im Tee ist gelüftet – war gar nicht so kompliziert wie gedacht. „Dieses Prinzip wird auch bei Zahnabdrücken und bei abziehbaren Gesichtsmasken verwendet – mit dem Unterschied, dass die nicht zum Essen geeignet sind, zumindest habe ich das bisher nicht ausprobiert und würde ich hier auch nicht empfehlen“, schmunzelt der Hochschulprofessor.

Bei dem zum Verzehr geeigneten Getränk und den Kügelchen wird jetzt der Zuckergehalt getestet. Von jeder Substanz platziert Hilz jetzt einen Tropfen auf einem Messgerät, das sofort die Werte angibt: 11 Prozent und 9 Prozent. „Das entspricht dem üblichen Zuckergehalt von Softdrinks wie beispielsweise einer Cola.“

Gar nicht so schlecht

Auf die Frage, ob er mit seinem Wissen über die Zusammensetzung selbst Bubble Tea trinken würde, antwortet er: „Ich hab das sogar schon mal in Asien getrunken. Da gibt es noch mehr Variationen. Ich finde das nicht grundsätzlich schlecht, wenn der Zuckergehalt individuell bestimmt werden kann. Ernährungsphysiologisch ist Alginat sogar ganz gut – wir leiden heutzutage ja eher an Ballaststoffmangel.“ Vielleicht ein Impuls für neue Forschung, zu gesundem Bubble Tee aus Bremerhaven.

Der Zuckergehalt eines Bubble Tea-Tropfens ist auf einer Skala ablesbar.

Der Zuckergehalt eines Bubble Tea-Tropfens ist auf einer Skala ablesbar.

Foto: Cristobal Bullwinkel/ Studio 23

Channi aus Bremerhaven genießt Bubble Tea.

Channi aus Bremerhaven genießt Bubble Tea.

Foto: Cristobal Bullwinkel/Studio 23

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