Sitzgymnastik

Unter Anleitung von Hanna Kriegler machen die 82- bis 88-jährigen Teilnehmerinnen sich bei der Sitzgymnastik fit für die Woche.

Foto: Antje Schimanke

Lotse
Gesundheit
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AOK-Spezial

Zusammen ist man weniger allein

23. Mai 2022 // 18:00

Einsam alt werden? Das muss nicht sein. In Bremerhaven hilft zum Beispiel die Organisation „SeniorPartner Diakonie und Kirche“.

Der Rhythmus macht’s

„Wie geht’s? Wie steht’s? Schon lange nicht geseh‘n. Was ist denn in … der Zwischenzeit gescheh’n?“ Zugegeben, die Original-Polka von Johann Strauss ist in der Schlagervariante langsamer. Einfach ist es aber trotzdem nicht, die Arme zur Musik so zu heben und zu senken, wie Trainerin Hanna Kriegler es den Damen an diesem Mittwochmorgen vormacht.

Es ist gut, unter Leute zu kommen

Elf sind heute ins Gemeindehaus der Marienkirche in Geestemünde gekommen und haben jeweils einen Euro ins blumenverzierte Sparschwein geworfen, um mit rhythmischer Sitzgymnastik etwas für ihre Fitness zu tun. 82 ist die Jüngste, 88 die Älteste. Warum sie teilnimmt? „Mir tut das gut, unter Leute zu kommen“, sagt die Hochbetagte.

Herzliches Lachen

Hacke, Spitze, Hacke, Spitze… Jetzt sind die Füße dran. Dann strecken sich die Damen, lassen die Schulter kreisen, ziehen sie hoch zu den Ohren. Vom Band läuft freundlicher Pop, in der Runde wird viel und herzlich gelacht, zumal die löwenmähnige Hanna Kriegler vor Fröhlichkeit sprüht.

Diverse Angebote

Die Gymnastik ist eines von vielen Angeboten der Organisation SeniorPartner Diakonie und Kirche, die von drei Wohnungsgesellschaften in Bremerhaven und dem Diakonischen Werk getragen wird. Ihr Anliegen: Menschen zu ermöglichen, solange wie möglich selbstständig – und das heißt natürlich auch: gesund und nicht vereinsamt – zu leben.

Vielfältige Unterstützung

Darum „bespielt“ der SeniorPartner Diakonie und Kirche fünf Begegnungsstätten in der Seestadt und hilft dank zahlreicher Ehrenamtlicher sehr praktisch im Alltag. So gibt es Besuchsdienste, Hilfe bei Behördengängen oder Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen.

Von Bingo bis Vortrag

Koordinatorin der Organisation ist Ingrid Dammeyer, die zudem derzeit die meisten Angebote in den Begegnungsstätten selbst betreut – ob Handarbeiten, Spielenachmittage, Bingo, Ausflüge, auch mal einen Vortrag oder „Frühstück im Himalaya“- so heißt ein Café im Ort. Auch kutschiert sie Interessierte an jedem ersten Mittwoch im Monat zum Wochenmarkt. An diesem Morgen leitet sie die Runde „kochen.klönen.kennenlernen“ in der Begegnungsstätte am Isländer Platz.

Beliebte Veranstaltung

Infolge der Corona-Pandemie ist der Zuspruch für die eigentlich höchst beliebte zweiwöchentliche Veranstaltung eingebrochen. Dennoch: Die fünf Damen, die jetzt Gemüse für ein Szegediner Gulasch schnippeln, sind engagiert dabei. Für die Teilnehmerinnen, allesamt Witwen, ist das Zusammensein wichtiger als das Menü. „Und die Ingrid ist so eine Liebe“, erklärt eine Teilnehmerin.

Anderes muss zurückstehen

Tatsächlich ist die Veranstaltung für sie so wichtig, dass anderes dahinter zurückstehen muss. „Meine Familie weiß, dass ich mittwochs keine Zeit habe“, erzählt sie. Und eigentlich gilt das nicht nur für diesen Tag: Dreimal die Woche haben die Frauen definitiv etwas vor am Isländer Platz. (iz)

Mehr zum Thema: Diakonie Bremerhaven

Weitere Informationen:
Vorteile für Senioren: Die AOK Bremen/Bremerhaven unterstützt Ruheständler mit zahlreichen Gesundheitsangeboten und garantierte ihnen im Krankheitsfall eine umfassende medizinische Versorgung.

Gemeinsame Mittagessen vorbereiten

Konzentriert schnippeln die Teilnehmerinnen fürs gemeinsame Mittagessen, wobei genug Zeit fürs Klönen bleibt.

Foto: Antje Schimanke

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