Akustische Mission regt zum Nachdenken an

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Kultur

Akustische Mission regt zum Nachdenken an

26. April 2021 // 15:50

„Was hat das mit unserer Mission zu tun?“ fragt Kate, eine Astronautin der Raumexpedition, die gerade einen „Happy Planet“ entdeckt hat. Die Crew diskutiert, ob aus ihnen der „Glücksrausch“ oder der „Raumkoller“ spricht. „Der Funke ist komplett übergesprungen.“„ Das könnte ein Schutzschild aus Glückseligkeit sein.“ Während das Raumschiff „Gemma“ im gleichnamigen Hörspiel von Marcel Kruse durch die Weiten des unendlichen Raums gleitet, um Leben und Ressourcen auf anderen Planeten zu entdecken und zu erforschen, entbrennt im Cockpit von „Gemma“ eine Diskussion über die möglichen Konsequenzen der unbeschwerten „Happy“-Bevölkerung, wenn die erwiesenermaßen Rohstoff bedürftige Menschheit Kenntnis von ihrer Existenz erlangt.

Wir waren vor der Produktion ein bisschen unsicher, da Raumschiffe eigentlich nicht unserem Metier entsprechen“, gesteht Peter Krebsfänger, einer der Sprecher, die Kruse für seine Hörspiel-Idee gewinnen konnte. Aber wie ist der Krimi-Autor aus Bokel „auf den Trichter“ gekommen, von Papier auf Phonetik umzusatteln?

Von Lesung inspiriert

„Die Lesung von Weilands Erster Fall mit Peter Krebsfänger und Wolfgang Marten war für mich ein magischer Moment“, berichtet Kruse. „Dank der beiden durfte ich das Buch komplett neu erleben. Das hat mich inspiriert, denn Dialoge machen mir ohnehin besonders viel Spaß und durch die Schaffung einer Geräuschkulisse wurde die Atmosphäre noch viel dichter und das Erlebnis intensiver.“ Kruse konnte auch seinen Schwager Hans-Christoph Grasser und Uschi Wolff-Gabriel mit ins Boot holen, die mit ihren Interpretationen den Hörspielfiguren aus Kruses Feder eigene Charakterzüge verleihen. „Die Herstellung von Hörspielen erfordert einen enormen Aufwand, pro Minute Hörspiel kann man einen Tag Arbeit einkalkulieren“, weiß Kruse jetzt. „Davor habe ich großen Respekt.“

Uschi Wolff-Gabriel halfen ihre Erfahrungen aus verschiedenen Theaterprojekten wie Markant oder der Neuen Bühne Beverstedt. „Man kann ein Hörspiel nicht einfach lesen, man muss sich in die Rolle einfinden und diese spielen. Obwohl wir unsere Passagen alle von zu Hause aus per Telefon oder Skype einsprechen mussten, haben wir uns gut ergänzt.“

Vier Hörspiele

Die so entstandenen vier Produktionen spielen sich an verschiedenen Orten in völlig unterschiedlichen Situationen ab: Eine Arzthelferin, die am Telefon Zeuge eines Verbrechens wird, spätabendlicher Anruf von einem „Schatten aus der Vergangenheit“, das Geschehen auf Raumschiff Gemma sowie „Weilands Erster Fall“, der erste Krimi des Autoren.

Kruse fasst das Ziel seiner Hörspiel-Missionen wie folgt zusammen: „Im Grunde genommen geht es bei den bisher umgesetzten Hörspielen immer um Entscheidungen. Mal nachdenklich, mal heiter und aus den verschiedensten Blickwinkeln. (ran)

Links zu den Hörspielen

Ein später Anruf

Eine zufällige Zuhörerin

Raumschiff Gemma

Weilands erster Fall

Krimiautor Marcel Krause.

Krimiautor Marcel Krause.

Foto: vk

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