Die Franzosen werden ihre Hymne vor jeder EM-Partie lautstark mitsingen.

Die Franzosen werden ihre Hymne vor jeder EM-Partie lautstark mitsingen.

Foto: Taherkenareh/dpa

Europameisterschaft 2016

Die Hymne der Franzosen: Geschrieben als Kriegserklärung

Von nord24
10. Juni 2016 // 14:35

Wenn heute im Stade de France vor dem Spiel des Gastgebers gegen Rumänien die französische Nationalhymne ertönt, donnert es von den Rängen. Bei der "Marseillaise" singen die meisten Franzosen aus vollem Hals mit - so viel Patriotismus muss sein. In jüngster Zeit umso mehr: Nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres war das Lied stets auch eine Kampfansage an den Terror, ein trotziges "Wir lassen uns nicht unterkriegen".

Hymne hat einen äußerst blutrünstigen Text

Allerdings ist die Hymne durchaus gewöhnungsbedürftig. Ex-Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing sprach sogar einmal von der "Lächerlichkeit" des Textes. Dieser ist verdammt blutrünstig: "Hört Ihr im Land das Brüllen der grausamen Krieger? Sie rücken uns auf den Leib, Eure Söhne, Eure Frauen zu köpfen!" Und später: "Vorwärts, marschieren wir! Das unreine Blut tränke unserer Äcker Furchen!"

Das Lied ist kurz nach der Kriegserklärung gegen Österreich entstanden

Die Erklärung dafür lässt sich im historischen Hintergrund finden: Das Lied wurde 1792 als "Kriegslied für die Rheinarmee" geschrieben, kurz nach der Kriegserklärung an Österreich. Der Name Marseillaise wurde vergeben, nachdem Revolutionäre aus der Mittelmeerstadt mit diesem Lied auf den Lippen in Paris einzogen.

Nationalhymne ist im Zweiten Kaiserreich verboten

Aus dieser Tradition erklärt sich, dass das Lied eng mit der Französischen Republik und den Idealen der Revolution verbunden wird. Nachdem sie unter dem Zweiten Kaiserreich verboten war, wurde die Marseillaise in der Dritten Republik 1879 zur Nationalhymne erklärt. (dpa)

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