Kitesurfen ist beliebt und lockt immer mehr Sportler an die Küste. Bald können Anfänger in Wremen das Kiten lernen.

Kitesurfen ist beliebt und lockt immer mehr Sportler an die Küste. Bald können Anfänger in Wremen das Kiten lernen.

Foto: Heike Leuschner

Freizeit

Echt cool: Kitesurfen an der Küste

29. April 2021 // 10:02

Meterhohe Sprünge und rasante Fahrten über das Wasser: Kitesurfen ist für manchen Wassersportler der Inbegriff von Freiheit. Um Vögel und Robben zu schützen sind im Nationalpark Wattenmeer aber auch Grenzen gewollt.

In Niedersachsen wirbelte ein Gerichtsentscheid die bisher geltenden Regelungen durcheinander. Seitdem ist eine alte Debatte neu entbrannt: Was ist auf dem Wasser erlaubt – und wer regelt das? Das Kitesurfen im Wattenmeer ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema: Während Naturschützer und Nationalparkverwaltungen auf den Schutz etwa von Vögeln und Robben pochen, wollen Wassersportler dagegen auch in küstennahen Gewässern unterwegs sein. Gerade auch an der Nordseeküste unserer Region: In Cuxhaven oder am Wremer Strand.

Mehr Flächen für Kiter

In Niedersachsen gibt es seit vergangenen Dezember neue Diskussionen: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) entschied, dass Kitesurfen im Nationalpark Wattenmeer auch außerhalb von bislang ausgewiesenen Zonen zulässig ist und gab damit zwei Kitesurfern Recht. Die hatten gegen die Vorschriften des Nationalparks geklagt.

Sportgeräte der Kiter sind Wasserfahrzeuge

Das im Niedersächsischen Nationalparkgesetz enthaltene Verbot, Drachen fliegen zu lassen, erfasse das Kitesurfen nicht. Vielmehr handele es sich dabei um das Befahren einer Bundeswasserstraße. Die Richter definierten das Sportgerät der Kiter als Wasserfahrzeug, das aus einem Brett und aus einem Lenkdrachen besteht.

Für die Mitglieder des Kitevereins Watt’n Board Sport e.V. Wurster Nordseeküste heißt das nicht, dass sie nun überall kiten wollen: „Wir respektieren die Schutzzone 1 und halten sie auch für sinnvoll. Sie macht zwei Drittel des gesamten Nationalparks aus, und Vögel sollen hier ihre Ruhe haben“, sagt Vereinssprecher Carsten Bülow de Buhr. „Wir wollen lediglich in den Bereichen unseren Sport ausüben, die für Wassersportler laut Nationalparkgesetz auch vorgesehen sind.“

Jörg („Jogi“) Hinrichs, einer der Cuxhavener Kitesurf-Pioniere, sieht es als positiv an, dass die Sportgeräte erstmalig in der Rechtsprechung klassifiziert wurden. Gut sei im Prinzip auch, dass sich die „Kiter“ in Anlehnung an das OVG-Urteil genauso bewegen könnten wie die Windsurfer – nicht vollkommen uneingeschränkt, wohlgemerkt, sondern unter Rücksichtnahme auf die im Nationalparkgebiet besonders schützenswerte Natur.

An der Wremer Küste soll unterdessen wieder eine Kiteschule etabliert werden. „Wir setzen auf ein gutes Betreiberkonzept für die Kiteschule“, sagt Kurdirektorin Sandra Langheim. (nz)

Echt cool: Kitesurfen an der Küste

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