Personen zünden Kerzen an in Gedenken an die Opfer. Nach der Gewalttat mit fünf Toten in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg kann die Polizei einen terroristischen Hintergrund nicht ausschließen.

Die Trauer in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg ist groß.

Foto: Terje Bendiksby/dpa/NTB

Deutschland und die Welt

Gewalttat in Norwegen: Täter nicht zurechnungsfähig?

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Von nord24
15. Oktober 2021 // 06:37

Nach der Gewalttat mit fünf Toten im norwegischen Kongsberg soll der Tatverdächtige am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Rechtspsychiater sollen Gutachten erstellen

Außerdem sollen Rechtspsychiater sich ein Bild machen, ob der 37-Jährige zurechnungsfähig ist. Nach Angaben seines Anwalts wurde nach den Verhören am Donnerstag entschieden, dass der psychische Zustand seines Mandanten genauer untersucht werden solle. „Das weist darauf hin, dass nicht alles am richtigen Platz ist“, sagte Verteidiger Fredrik Neumann der Zeitung „Verdens Gang“.

Beweggründe des Täters noch nicht bekannt

Der Sicherheitsdienst der Polizei (PST) war zunächst von einer Terrortat ausgegangen, hatte seine These am Donnerstag aber abgeschwächt. „Die Tat wirkt wie ein Terrorakt, aber wir kennen die Beweggründe des Täters nicht“, sagte der Chef des PST. Der Mann habe häufig mit ärztlichen Einrichtungen zu tun gehabt.

Fünf Menschen wurden getötet, drei verletzt

Dem in Norwegen lebenden Dänen wird vorgeworfen, am Mittwochabend in der Kleinstadt Kongsberg mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen und zwei weiteren Waffen angegriffen zu haben. Fünf Menschen starben, drei wurden verletzt. Bei seiner Flucht vor der Polizei drang der mutmaßliche Täter auch in Wohnungen ein, wo er Menschen tötete. Eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf konnte die Polizei den Mann festnehmen. Nach Angaben des norwegischen Rundfunks hat der Däne einer Untersuchungshaft bereits zugestimmt. „Er versteht, was er getan hat“, so sein Anwalt.

Der Tatverdächtige soll zum Islam konvertiert sein

Die Polizei hatte am Donnerstag bestätigt, der Verdächtige habe bereits im Fokus der Behörden gestanden, weil es Hinweise auf eine Radikalisierung gegeben habe. Hinweise deuteten an, dass er zum Islam konvertiert sei.

Der Däne soll auch schon Familienmitgliedern gedroht haben

Der Mann war der Polizei aber auch wegen anderer Delikte bekannt. Einem Bericht der norwegischen Nachrichtenagentur NTB zufolge wurde der Däne bereits zweimal verurteilt. Er soll unter anderem Familienmitgliedern gedroht haben, sie umzubringen. (dpa/mb)

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