Auf dem Foto steht einer der meistgesuchten Drogenbosse des Landes, Dairo Antonio Usuga alias «Otoniel».

„Es ist der entscheidendste Schlag, der dem Drogenhandel in diesem Jahrhundert versetzt wurde“, sagte der kolumbianische Präsident Iván Duque

Foto: picture alliance/dpa/Colombian presidential press office/AP

Deutschland und die Welt

Meistgesuchter Drogenboss in Kolumbien gefasst

24. Oktober 2021 // 16:05

Dairo Úsuga alias „Otoniel“ führte eines der größten Verbrechersyndikate Kolumbiens. Nun ist er gefasst.

Mächtiger Drogenboss gefasst

Kolumbianische Sicherheitskräfte haben Dairo Antonio Úsuga alias „Otoniel“, den obersten Chef des kolumbianischen Drogenkartells „Clan del Golfo“ (Golf-Clan) und einen der mächtigsten Drogenhändler des südamerikanischen Landes, gefasst.

Vergleichbar mit Pablo Escobar

„Es ist der entscheidendste Schlag, der dem Drogenhandel in diesem Jahrhundert versetzt wurde“, sagte der kolumbianische Präsident Iván Duque, der mit Superlativen nicht sparte, in einer Pressekonferenz am Samstag (Ortszeit). „Er ist nur mit dem Fall von Pablo Escobar in den 1990er Jahren vergleichbar.“

Mit dem Hubschrauber nach Bogotá

Der legendäre Drogenbaron, dessen Name in Kolumbien immer noch wie Donnerhall klingt, starb 1993 bei einem Polizeieinsatz über den Dächern von Medellín. Úsaga, besser bekannt als „Otoniel“, wurde in seinem Dschungel-Versteck in der Region Uraba im Nordwesten des Landes festgesetzt, in Handschellen der Öffentlichkeit vorgeführt und mit einem Hubschrauber nach Bogotá gebracht.

Präsident ruft Ende des Golf-Clans aus

„‘Otoniel‘ war der am meisten gefürchtete Drogenboss der Welt, ein Mörder von Polizisten, Soldaten und örtlichen Aktivisten und hat Kinder angeworben“, sagte der kolumbianische Präsident Duque weiter bei der Pressekonferenz. Seine Festnahme bedeute das Ende des Golf-Clans. Zugleich rief Duque, ein Hardliner, die verbliebenen Mitglieder auf, sich entweder zu stellen oder „das volle Gewicht des Gesetzes“ zu verspüren.

Zehn Jahre auf der Spur

Úsuga wurde nach fast zehn Jahren, in denen er sich gejagt unter anderem von einer Spezialeinheit der Sicherheitskräfte zwischen Luxusleben und ständigen Ortswechseln bewegte und dabei oftmals im Dschungel aufhielt, gefasst. An der Operation „Osiris“, die letztlich zu seiner Festnahme führte, waren mehr als 500 Angehörige von Militär, Polizei und Staatsanwaltschaft Kolumbiens sowie die USA und Großbritannien mit Informationen beteiligt. (dpa)

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