Kyle Lafferty (grünes Trikot) von Norwich City ist im Team der nordirischen Nationalmannschaft gesetzt. Er droht jedoch auszufallen, so dass der Drittliga-Spieler Will Grigg womöglich gegen Polen spielen darf. Grigg wird trotz geringer Torgefahr in seinem Heimatland gefeiert.

Kyle Lafferty (grünes Trikot) von Norwich City ist im Team der nordirischen Nationalmannschaft gesetzt. Er droht jedoch auszufallen, so dass der Drittliga-Spieler Will Grigg womöglich gegen Polen spielen darf. Grigg wird trotz geringer Torgefahr in seinem Heimatland gefeiert.

Foto: Paton/dpa

Europameisterschaft 2016

Nordirland feiert einen Drittliga-Spieler

Von Lars Brockbalz
10. Juni 2016 // 11:00

Paris. Zlatan Ibrahimovic, Thomas Müller oder Cristiano Ronaldo? Spielen alle nur die zweite Geige, wenn es nach den nordirischen Fans geht. Ihr Star dieser EM steht bereits fest: Will Grigg.

Grigg hat bisher nur ein Treffer in acht Länderspielen erzielt

Schuld daran ist der Stürmer der nordirischen Nationalelf selbst aber nur zu einem kleinen Teil. Ein Tor in acht Länderspielen geben eigentlich keinen Anlass zu Euphorie. Selbst seine 25 Treffer in der vergangenen Saison nicht, erzielte der 24-Jährige sie doch nur in der dritten englischen Liga, wo er bei Wigan Athletic unter Vertrag steht. Vielmehr sind die verrückten Fans von der Insel Schuld an der Euphorie um Will Grigg.

Und das kam so: Alles fing an mit einem Youtube-Video

Wigan-Fan Sean Kennedy dichtete einen 90-Jahre Hit der italienischen Sängerin Gala um. „Freed From Desire“ heißt das Baller-Pop-Stück im Original. Kennedy machte daraus „Will Grigg’s on fire“ – und traf damit den Nerv der Fans. Der Song schaffte es in die Kneipen, in die Stadien – und jetzt sogar in die britischen Charts. Das Duo „Blonde“ hat eine Version aufgenommen, die sich verkauft wie Bier in einer Belfaster Bar.

„Will Grigg ist heiß – eure Abwehr erstarrt in Angst und Schrecken“

„Will Grigg’s on fire – your defence is terrified“, der eingängige Refrain ist der Hit bei den nordirischen Fans. Der Text bedeutet ein etwa: „Will Grigg ist heiß – eure Abwehr erstarrt in Angst und Schrecken“. Beim Spiel der Nordiren gegen Weißrussland Ende Mai zeigte Grigg, dass er tatsächlich „heiß“ ist. Er erzielte sein erstes Länderspieltor und feuerte die Euphorie damit noch mehr an. „Er schießt Tore, einfach immer noch mehr Tore“, heißt es in „seinem“ Lied weiter. Ein Versprechen für die EM?

Grigg könnte am Sonntag gegen Polen in der Startaufstellung stehen - Der gesetzte Lafferty ist verletzt

„Er spielt unkonventionell und ist immer für eine verrückte Aktion gut“, begründete Nordirlands Trainer Martin O’Neill die Nominierung des Drittliga-Stürmers für die EM. Eigentlich ist Grigg aber kein Kandidat für die Startelf. In der ist Kyle Lafferty von Norwich City gesetzt. Der allerdings verletzte sich am Dienstag im Training und könnte für das erste Spiel der Nordiren am Sonntag um 18 Uhr gegen Polen ausfallen.

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