Bewegung kann auch bei Rheuma helfen

Mit der richtigen Bewegung können rheumatische Schmerzen eingedämmt werden.

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Rheuma: Mit Bewegung und Ernährung die Entzündung eindämmen

20. September 2021 // 14:28
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Morgensteifigkeit, Schmerzen in den Gelenken, Schwellungen: Entzündlich-rheumatische Erkrankungen plagen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland. Linderung bringen neben Medikamenten auch Bewegung und die richtige Ernährung.

Gelenke beweglich halten

„Viele Menschen mit entzündlichem Rheuma neigen dazu, sich so wenig wie möglich zu bewegen“, weiß die Medizinerin Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband. Manche plagten Gelenkschmerzen, andere die Angst, die Gelenke noch mehr zu schädigen oder einen Krankheitsschub auszulösen. Wieder andere seien einfach schon sehr erschöpft durch die Krankheit. Tatsächlich hätten Experten früher eher zu Schonung geraten. Heute sei das anders. „Wenn Rheumapatienten sich zu wenig bewegen, bleibt die Behandlung unter ihrem Potenzial“, sagt Astrid Maroß. „Körperliche Aktivität verbessert auch bei Rheumapatienten die Gesundheit und hilft, die kranken Gelenke beweglich zu halten.“

Was ist eine rheumatoide Arthritis?

Rheuma ist der Deutschen Rheuma-Liga zufolge ein Sammelbegriff für mehr als 100 verschiedene Krankheitsformen. Die rheumatoide Arthritis ist laut Angaben die häufigste entzündliche Rheumaform, rund ein Prozent der Bevölkerung ist betroffen, darunter Frauen weit mehr als Männer. Bei der rheumatoiden Arthritis (früher auch chronische Polyarthritis genannt) entzündet sich die Gelenk-Innenhaut – vermutlich aufgrund einer Fehlsteuerung des Immunsystems, sagen Experten. Die Erkrankung beginne meist nach dem 50. Lebensjahr. Zunächst seien demnach oft die Gelenke an Fingern und Zehen betroffen, sie schmerzen und schwellen an. Charakteristisch sei die sogenannte Morgensteife: Beim Aufwachen sind die Gelenke besonders unbeweglich.

Nicht medikamentöse Verfahren

Im Laufe von Wochen und Monaten können mehr und mehr Gelenke erkranken, so Fachleute. Neben Medikamenten, die Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten sollen, bestehe die Behandlung je nach Krankheitsstadium und -schwere auch aus nicht medikamentösen Verfahren.

Ausdauertraining steigert die Lebensqualität

Wie Astrid Maroß berichtet, habe sich in Studien gezeigt, dass die Lebensqualität steige, wenn Betroffene zwei- bis dreimal pro Woche ein Ausdauertraining absolvieren. Die Patienten seien in ihrem Alltag weniger eingeschränkt und die Schmerzen gingen zurück. Auch Kräftigungsübungen mit leichten Gewichten oder Geräten, so belegen Studien, verringern die Beeinträchtigungen durch die Erkrankung. „Das legt nahe, dass Sport entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper hemmen kann“, so Dr. Maroß.

Rheumabedingte Erschöpfung lindern

Allgemein zeigten die Forschungsergebnisse, dass körperliche Aktivität die Fitness, Kraft und Beweglichkeit bei Rheumapatienten verbessern und die rheumabedingte Erschöpfung lindern kann. Bewegung wirke sich auch positiv auf Herz und Kreislauf aus, was für Rheumapatienten besonders wichtig sei, da sie ein höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall hätten. Zudem beuge Bewegung einer Osteoporose vor, im Volksmund Knochenschwund genannt – ebenfalls ein Risiko bei rheumatischen Erkrankungen.

Geeignete Sportarten

Für Rheumapatienten seien Sportarten geeignet, die die Gelenke schonen und nicht zu mehr Beschwerden führen, sagt die Ärztin. Sie empfiehlt darum Schwimmen und Wassergymnastik – vor allem in lauwarmem Wasser –, Radfahren, (Nordic) Walking, Tai-Chi, Yoga oder Training an Geräten. Von Sportarten hingegen, bei denen starke Erschütterungen, Fehlhaltungen und einseitige Belastungen auftreten, rät sie ab – etwa Tennis oder Fußball. Und: „In Zeiten einer akuten Entzündung sollte das Training ruhen.“ Auf der Website der Rheuma-Liga sind auch Übungen für Zuhause zu finden.

Auf Ernährung achten

Auch eine ausgewogene Ernährung, die Entzündungsschüben vorbeugt, könne die Behandlung von Rheuma gut ergänzen, erläutert Astrid Maroß. Wer seine Ernährung umstellt und damit langfristig sein Gewicht reduziert, entlaste seine Gelenke zusätzlich. „Rheumapatienten sollten Lebensmittel mit viel Arachidonsäure vermeiden, denn größere Mengen davon fördern Entzündungen“, so die AOK-Expertin. Da der Stoff in den meisten tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Wurst, Milch, Käse, Sahne oder Eier enthalten ist, würden maximal zwei kleine Fleischportionen in der Woche für die empfohlene wöchentliche Höchstmenge von 350 Milligramm Arachidonsäure pro Woche reichen.

Entzündungshemmende Lebensmittel

„Rheumapatienten müssen sich nicht quälen“, fasst die Medizinerin zusammen. Sie könnten es sich mit einer vollwertigen Ernährung, die viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, pflanzliche Öle und möglichst zweimal die Woche Seefisch enthält, gut gehen lassen. Auch bei ihrem Bewegungsprogramm müsse nicht nur die Bekämpfung des Schmerzes im Vordergrund stehen, betont Astrid Maroß: „Die Patienten sollten sich nach ihren Vorlieben richten und sich eine Sportart oder Bewegungsform suchen, die ihnen guttut und Spaß macht.“ (ams)

Die AOK bringt Versicherte in Schwung

Bewegung hilft Rheumatikern – aber auch jeder andere profitiert davon. Experten betonen nicht nur, dass regelmäßige Bewegung Herz und Kreislauf, Muskeln und Gelenke stärkt. Unter anderem hilft Sport auch dabei, Stress abzubauen, und macht das Immunsystem fit. Wer zudem auf eine ausgewogene Ernährung achtet und dabei die Empfehlungen der Fachleute befolgt (etwa: reichlich Obst und Gemüse, wenig Fleisch), tut seiner Gesundheit und auch seinem Wohlbefinden etwas Gutes. Die AOK Bremen/Bremerhaven und ihre Partner helfen ihren Versicherten dabei, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln und zu pflegen. Dafür stehen mehr als 350 Kurse zur Auswahl: Aquafitness, Ausdauertraining, Easy Running, gesunde Ernährung und vieles mehr. Um kostenfrei an diesen Kursen teilzunehmen, benötigen Versicherte nur den Gesundheitsgutschein.

Interessierte können sich auch beraten lassen, wenn sie unter gesundheitlichen Auswirkungen ihrer Ernährung leiden oder grundsätzliche Fragen zu gesunder Ernährung haben. Weitere Informationen unter den Rufnummern 0421 1761 77150 und 0471 16 77150.

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