Mutter-Tochter Gespräch

Der Ukraine-Krieg kann Kinder nachhaltig verstören. Eltern sollten darum mit ihnen darüber sprechen und ihnen Halt geben.

Foto: AOK-Mediendienst

Gesundheit
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Wie man mit Kindern über den Ukraine-Krieg spricht

14. April 2022 // 08:45
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Der Krieg in der Ukraine mit Zerstörung, Tod und Flucht ist in den Medien allgegenwärtig. Sollte man Kindern die furchtbaren Ereignisse erklären oder sie davon fernhalten? Vor allem müssen Eltern Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, raten Experten.

„Kinder bekommen oft viel mehr mit, als wir glauben“, sagt Dr. Astrid Maroß, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie im AOK-Bundesverband. „Sie sehen Bilder und Videos im Fernsehen und auf ihren Smartphones, und sie spüren die Anspannung der Eltern, auch wenn diese ihre Gefühle nicht vor den Kindern äußern.“ Eine Folge könnten Trennungs-, Verlassens- und Existenzängste sein: Das Kind befürchte, dass ihm oder seinen Eltern Ähnliches passieren könnte. Und: Je nach eigener Vorgeschichte und Persönlichkeit reagierten Eltern unterschiedlich und müssten gegebenenfalls zuerst dafür Sorgen tragen, selbst im Gleichgewicht zu sein.

Orientierung geben

Statt Ängste der Kinder abzuwiegeln, sollten Eltern nachfragen, was dem Kind Sorgen bereitet. Schon das Wahrnehmen und „Darüberreden“ hilft der Fachärztin zufolge. Eltern sollten versuchen, ihren Kindern die Geschehnisse möglichst nüchtern zu erklären und dabei selbst in einer Verfassung zu sein, in der sie anderen Orientierung, Ruhe und Zuversicht geben können.

Einfache Rezepte seien schwer zu liefern. Wenn Eltern in einem engen, empathischen Kontakt mit ihrem Kind sind, könne der Umfang und der Inhalt eines Gesprächs am besten gesteuert werden. „Wichtig ist auch, nicht auf dem Thema zu beharren, wenn das Kind im Moment nicht weiter darüber sprechen möchte“, sagt Astrid Maroß. Vor allem kleine Kinder wechseln ihr zufolge aus Selbstschutz manchmal spontan das Thema.

Altersgerechte Ansprache

Je nach Alter ordnen die Kinder die Dinge unterschiedlich ein, daher sei eine altersgerechte Ansprache notwendig, rät die Expertin. Kindergartenkindern können Eltern Trost und Sicherheit vermitteln, indem sie zum Beispiel erklären, dass wir in Deutschland sicher sind und Flüchtlinge aufgenommen werden.

Kinder im Schulalter beschäftigen sich häufig schon mit dem Hintergrund eines Krieges. Eltern beschreiben daher die Geschehnisse am besten möglichst sachlich. Mit Teenagern wiederum ist eine Diskussion über Ethik und Politik möglich und sinnvoll.

Eltern müssen bei diesen Gesprächen ihre eigenen Ängste nicht verstecken, sollten sie aber auch nicht auf die Kinder übertragen, sagt Astrid Maroß. Für Kinder ist es nämlich hilfreich, zu sehen, wie ihre Eltern Ängste bewältigen. Sich nur einmal am Tag in den Medien zu informieren oder Sport zum Stressabbau zu treiben – das kann Eltern zum Beispiel dabei helfen, ihre eigene Ängste nicht eskalieren zu lassen.

Aktiv werden

Informationsangebote für Kinder und Jugendliche können der Ärztin zufolge beim Gespräch unterstützen. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ von Bundesregierung, ARD und ZDF sowie der AOK empfiehlt dazu Kindernachrichtensendungen wie „logo!“ (ZDF) und „neuneinhalb“ (WDR) oder das Kinderradio „Kiraka“ (WDR), die durchweg im Internet zu finden sind. Auf www.frieden-fragen.de können sich Kinder zu Fragen von Krieg und Gewalt austauschen.

Auch Online-Angebote wie flimmo.de, blinde-kuh.de oder hanisauland.de können dabei helfen, Krieg kindgerecht zu erklären. Allerdings sollte man gut abwägen, ob eine zusätzliche mediale Beschäftigung das jeweilige Kind mehr verunsichert oder mehr stabilisiert.

„Wenn Kinder aktiv werden möchten, dann kann man zum Beispiel zu Hause eine Kerze für Betroffene anzünden, selbst für Geflüchtete spenden, Spenden sammeln oder sich kindgerecht an lokalen Hilfsaktionen beteiligen“, empfiehlt die Spezialistin. (ams)

Weitere Informationen darüber, wie man Geflüchteten helfen kann, gibt es hier: aok.de/bremen/ukrainern-helfen

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