Bald endet die Phase des kostenlosen Umstiegs auf Windows 10. Viele fragen sich, ob sie den mehr oder weniger sanften Aufforderungen von Microsoft nachkommen sollen.

Bald endet die Phase des kostenlosen Umstiegs auf Windows 10. Viele fragen sich, ob sie den mehr oder weniger sanften Aufforderungen von Microsoft nachkommen sollen.

Foto: Prautsch/dpa

Netzwelt

Warum Windows 10 nichts für jeden Computer ist

Von nord24
22. Mai 2016 // 12:04

Windows 10 gibt es nicht mehr lange gratis: Noch bis zum 29. Juli können Nutzer von Windows 7 und 8 kostenlos umsteigen. Offenbar freuen sich aber nicht alle Nutzer über das geschenkte Betriebssystem, das Microsoft 2015 eingeführt hat. Auf mehr als der Hälfte aller Rechner ist noch die Version 7 oder 8 installiert. Welche Gründe sprechen für Windows 10 - und welche dagegen?

Das spricht für Windows 10

  • Moderne Software: "Windows 10 ist Stand der Technik", sagt Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Das Betriebssystem bringt viele neue Funktionen - von der digitalen Assistentin Cortana bis zum Browser Edge. Gelobt wird auch die viel einfachere Anbindung neuer Hardware.
  • Mehr Sicherheit: Nicht nur der Unterbau von Windows 10 ist sicherer. "Das System wird immer auf dem neuesten Stand gehalten", sagt Markus Nitzschke von Microsoft. Während alte Versionen nach einigen Jahren keine Funktions- und Sicherheitsupdates mehr bekommen, soll die Neuausgabe ständig aktualisiert werden.
  • Mehr Leistung für Spieler: "Mit Windows 10 gibt es die neueste Version von DirectX", sagt Jan Schüssler. Dieses Treiberpaket wird hauptsächlich für komplexe Grafik in Spielen genutzt, ist aber auch für Klang und Spielgeräte wie Joysticks oder Gamepads wichtig.
  • Mehr Leistung auch für ältere Rechner: Nach der Installation sollen laut Microsoft auch ältere Rechner zügiger hochfahren und im Alltag etwas schneller sein. Messungen der "c't" bestätigen das nicht, sagt Jan Schüssler. Langsamer werde es aber auch nicht.
  • Es gibt was umsonst: Mit dem Upgrade für Inhaber von Windows 7 und 8 gibt es kostenlos ein neues Betriebssystem. Nach dem 29. Juli kostet es Geld - aktuell rund 135 Euro für den Download der Home-Version.
  • Der Umstieg ist recht einfach: Viel falsch machen kann man nicht. Laut Microsoft wird das Update bei erkannten Problemen oder inkompatibler Hardware nicht ausgeführt. Ein Assistent leitet Nutzer durch den Vorgang. Und wenn Windows 10 nicht gefällt, hat man 30 Tage die Gelegenheit, die Installation rückgängig zu machen.

Das spricht gegen Windows 10

  • Datenschutz: "Windows 10 sammelt deutlich mehr Daten über den Nutzer als Windows 7", sagt Verbraucherschützer Gollner. Wer das nicht möchte, muss in den Datenschutzeinstellungen aktiv werden.
  • Kompatibilität: Einige ältere Scanner, Drucker, Soundkarten oder Spezialprogramme laufen nach dem Update möglicherweise nicht mehr, warnt Jan Schüssler. Als Faustregel gilt: Was mit Windows 7 verkauft wurde, läuft auch nach dem Update.
  • Übergriffige Updatepolitik: Die Art und Weise, wie Windows 10 Nutzern der beiden älteren Systeme angeboten wurde, gefällt nicht jedem. Häufige Pop-Ups und versteckte Downloads im Hintergrund sorgen immer wieder für Ärger. Auch dass das neue Windows die Nutzer zu Updates zwingt und ihnen nicht mehr die Wahl lässt, mag nicht jeder. "Es gibt Leute, die lieber die Kontrolle behalten", sagt Schüssler. (dpa)

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