Snapchat ist alles in einem: Foto- und Video-App, Messenger und digitales Netzwerk. Zwischen den Anwendungen wischt man hin und her. Das kann im ersten Moment ziemlich überfordernd sein.

Snapchat ist alles in einem: Foto- und Video-App, Messenger und digitales Netzwerk. Zwischen den Anwendungen wischt man hin und her. Das kann im ersten Moment ziemlich überfordernd sein.

Foto: Seeger/dpa

Netzwelt

Für alle Ahnungslosen: So funktioniert Snapchat

Von nord24
11. August 2016 // 17:16

Wie von Geisterhand ist der Chat verschwunden: Verlässt ein Nutzer bei Snapchat die Unterhaltung mit einem seiner Kontakte, sieht er bei der Rückkehr in den Chat vor sich nur einen leeren Bildschirm. Diese Flüchtigkeit von Informationen ist Hauptmerkmal der Social-Media-App Snapchat.

Das digitale Radiergummi....

"Snapchat bedient das Bedürfnis des digitalen Radiergummis", sagt Nina Wicke, die an der TU Braunschweig Online-Kommunikation erforscht. Das äußert sich so: Videos oder Bilder aus Chats mit Bekannten werden einmal angezeigt und können danach noch einmal wiederholt werden. Dann sind sie weg.

...hat so seine Tücken

Allerdings können Nutzer gesandte Aufnahmen speichern - etwa mit Screenshots. Zwar bekommen Nutzer das angezeigt, doch das Bild ist damit auf einem anderen Gerät und nicht mehr auszuradieren. Mit anderen Nutzern ausgetauschte Textnachrichten verschwinden, wenn man den Chat verlässt. Das kann recht nervig sein, erklärt Jessy Kösterke vom Digital-Magazin "t3n". Texte aber lassen sich im Chat speichern. Das geht mit einem längeren Druck auf die jeweilige Nachricht - auch so lässt sich die Flüchtigkeit umgehen.

Keine Hashtags, keine Markierungen - aber immerhin ein bisschen Timeline

Bilder und Videos werden bei Snapchat "Snaps" genannt. Diese Snaps können auch in der "Story" geteilt werden, die ein bisschen mit der Timeline von Facebook vergleichbar ist. Nutzer können hier Snaps aneinander reihen und Geschichten erzählen - für 24 Stunden. Dann verschwinden die Filmchen wieder. Ein eigenes Profil zum Durchsuchen, wie etwa bei Facebook oder Instagram, haben Snapchatter nicht. "Auch Hashtags und Markierungen fehlen", sagt Kösterke.

Snapchat profitiert vom Gruppenzwang

Die App macht es Jugendlichen möglich, Freunde an ihrer Alltagswelt teilhaben zu lassen, sagt Forscherin Nina Wicke. "Auch an den ungeschönten Momenten." Der ständige Austausch des eigenen Lebens ist bei jungen Leuten Standard einfach Standard. Dass Snapchat sich gerade unter jungen Menschen verbreitet, erklärt sie sich so: Jugendliche orientieren sich in ihrem Handeln sehr an ihrem Freundeskreis. Wenn viele ihrer Freunde einen Dienst nutzen, wollen sie eben auch daran teilhaben.

Schon jetzt mehr Nutzer als Twitter

Snapchat soll inzwischen rund 150 Millionen Nutzer haben. Damit hat die im Herbst 2011 veröffentliche App schon mehr Nutzer als Twitter. Vor allem junge Leute snappen. "Das liegt an ihrem Spaßfaktor, die unter anderem die Bildgestaltung bietet", glaubt Kösterke. Der ständige Austausch des eigenen Lebens sei bei jungen Leuten Standard, sagt sie. Und Snapchat sei dafür die ideale Plattform. (dpa)

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