Das Deutsche Rote Kreuz warnt davor, dass die gesamte verbliebene Infrastruktur Aleppos zusammenbrechen könnte.

Das Deutsche Rote Kreuz warnt davor, dass die gesamte verbliebene Infrastruktur Aleppos zusammenbrechen könnte.

Foto: Str/dpa

Politik

Aleppo: Krankenhäuser außer Dienst - 25 tote Zivilisten bei Attacken

Von nord24
19. November 2016 // 21:30

Die tagelangen Attacken auf Krankenhäuser in Aleppo haben zu einem fast kompletten Kollaps der medizinischen Infrastruktur in der Stadt geführt. Nach den heftigsten Luftangriffen seit Wochen auf die belagerten Rebellengebiete Aleppos sind alle größeren Krankenhäuser in der nordsyrischen Stadt außer Betrieb. Zuletzt sei das Omar Bin Abdul Asis Krankenhaus im Ostteil der belagerten Stadt am Freitagabend von einer Reihe von Bombardements des syrischen Regimes und seiner Verbündeten getroffen und zerstört worden. Das teilte die Union of Syrian Medical Organizations (UOSSM) heute mit. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, bei den heutigen Angriffen seien 25 Menschen gestorben.

Letzte Kinderklinik ebenfalls geschlossen

Bereits am Freitag waren UOSSM zufolge vier weitere Krankenhäuser nach schweren Luftschlägen geschlossen worden. Unter den Kliniken sei auch die letzte noch funktionierende Kinderklinik im Osten Aleppos gewesen, die schon in den Tagen zuvor Ziel von Bombardements war. Die USA verurteilten die Attacken. Aleppo gilt als eines der wichtigsten Schlachtfelder in Syrien und Symbol des verheerenden Bürgerkrieges.

Deutsches Rotes Kreuz warnt vor Zusammenbruch der Infrastruktur in Aleppo

Das Deutsche Rote Kreuz warnte derweil vor dem kompletten Zusammenbruch der Infrastruktur in Aleppo. Wenn das Stromnetz nicht mehr funktioniere, sei auch die Wasserversorgung betroffen, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit, Christof Johnen, dem Berliner "Tagesspiegel". In Folge könnte auch das Abwassersystem versagen. "Das kann der Auftakt zu fatalen Abwärtsspiralen sein, die das gesamte Versorgungssystem einer Großstadt wie Aleppo gefährden", sagte Johnen.

Humanitäre Hilfe ist praktisch unmöglich

Die humanitäre Hilfe in Syrien ist nach seinen Worten wegen fehlender Sicherheitsgarantien praktisch unmöglich. Bis zur Jahresmitte hätten die Menschen im Osten Aleppos noch mit Hilfsgütern versorgt werden können. Zwar hätten diese nicht mit Lastwagen, aber auf Handkarren in die Stadt gebracht werden können. "Das war zwar mühsam, aber es funktionierte." Nun sei der Zugang zur Stadt für den Syrischen Roten Halbmond - dem Partner des Roten Kreuzes - praktisch unmöglich. Es fehlten Trinkwasser, Lebensmittel und Gesundheitsversorgung.  

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