Über die Corona-Warn-App wird viel diskutiert.

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Foto: Oliver Berg/dpa

Politik

Corona-Warn-App: Ärzte sehen kaum Nutzen für Pandemie-Bekämpfung

Von nord24
24. September 2020 // 08:45

Die Amtsärzte in Deutschland schätzen die Wirksamkeit der Corona-Warn-App bei der nationalen Pandemie-Bekämpfung als sehr gering ein. Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet würden, sei die Anwendung in der jetzigen Form keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung von Corona-Ausbrüchen, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ärzte-Bundesverband: Corona-Warn-App spielt bei Gesundheitsämtern so gut wie keine Rolle

Die App spiele in der täglichen Arbeit der Gesundheitsämter „so gut wie keine Rolle“, sagte Teichert. Es komme äußerst selten vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines Warnhinweises bei den Ämtern melde. Die Politik habe entschieden, „den Datenschutz über den Pandemieschutz zu stellen“, sagte die Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen. Dies müsse man so akzeptieren.

Direkte Weitergabe von Warnhinweisen an das Gesundheitsamt würde hilfreich sein

Hilfreich wäre es laut Teichert, wenn die App eine Funktion hätte, mit der Nutzer eine direkte Weitergabe von Warnhinweisen an das Gesundheitsamt zumindest freiwillig zulassen könnten. Damit würden die zuständigen Behörden wesentlich schneller über Infektionsfälle informiert und könnten zügig Maßnahmen ergreifen, um einen Corona-Ausbruch einzudämmen, sagte sie. Derzeit bleibe es dagegen den App-Nutzern überlassen, ob sie sich nach einem registrierten Kontakt mit einem Infizierten bei den Gesundheitsämtern meldeten. Ob sie es tatsächlich tun, lasse sich nicht überprüfen.

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