Die Einwohner von Dixville Notch (New Hampshire) sind um Mitternacht die ersten US-Bürger, die bei der Wahl ihre Stimmen abgeben können.

Die Einwohner von Dixville Notch (New Hampshire) sind um Mitternacht die ersten US-Bürger, die bei der Wahl ihre Stimmen abgeben können.

Foto: Archivfoto: Barbosa/dpa

Politik

Dieser winzige Ort in den USA hat schon gewählt

Von nord24
8. November 2016 // 09:00

Dixville Notch ist ein Mini-Ort in New Hampshire - mit einer stolzen Tradition. Alle vier Jahre läuten die Einwohner mit einem Votum gleich um Mitternacht den Wahltag in den USA ein. Die Wahlbeteiligung liegt stets bei 100 Prozent.

Weniger als ein Dutzend Leute sorgen alle vier Jahre für Schlagzeilen

Dixville Notch im US-Staat New Hampshire ist wirklich winzig. Nicht mal ein Dutzend Leute wohnen in dem Ort, der fast nur aus einem Hotel besteht, dem Balsams Resort. Und das hat seit 2011 geschlossen, wird zurzeit renoviert. Aber alle vier Jahre sorgt das Mini-Dorf rund 30 Kilometer von der kanadischen Grenze entfernt international für Schlagzeilen.

Wahlbeteiligung liegt immer bei 100 Prozent

Wenn der Tag der US-Präsidentenwahl heraufzieht - sofort, wenn es Mitternacht geschlagen hat - treffen sich die Wähler von Dixville Notch an der Wahlurne, geben ihre Stimme ab. So ist das nun schon seit 1960: Die Bewohner von Dixville Notch sind immer die ersten. Und die Wahlbeteiligung liegt immer bei 100 Prozent.

Sieben Wähler geben zur Geisterstunde ihre Stimme ab

Sieben registrierte Wähler sind es diesmal, die zu Beginn der Geisterstunde im Wahllokal - einem Raum im Hotel - erwartet werden, wie Public-Relations-Manager Scott Tranchemontagne sagt. Ja, so klein es auch ist: Die Mini-Ortschaft hat ihren PR-Mann, der hilft, die Dutzenden Journalisten aus aller Welt zu betreuen, die am Tag der Tage nach Dixville Notch kommen.

Wahlergebnis steht nach wenigen Minuten fest

Wer hier die Wahl gewonnen hat, steht schon kurz nach Mitternacht fest. Sieben Stimmen auszuzählen, das geht schnell. Dann kann das Wahllokal auch gleich schon wieder geschlossen und der Welt das Ergebnis verkündet werden.

2012 ging die Wahl in Dixville Notch unentschieden aus

Tranchemontagne schwört, dass er nicht weiß, wie die Wahl in Dixville Notch ausgeht. Einer der Republikaner im Ort, der noch beim letzten Mal dabei war, ist weggezogen. 2012 hatten sich die damals acht Wähler je zur Hälfte für den Demokraten Barack Obama und den Republikaner Mitt Romney ausgesprochen, so etwas kann diesmal wegen der krummen Wählerzahl nicht passieren. Es sei denn, eine Stimme ist ungültig.

Alle vier Jahre ist "Party Time"

Sicher ist: Es wird spannend. Und wohl auch feucht-fröhlich. Denn es geht nicht nur um das Aufrechterhalten einer stolzen Tradition. Es wird an der Wahlurne auch gespeist und getrunken, alle vier Jahre Party Time - und eine Gelegenheit, die herbeigeströmten Journalisten zu bewirten und zu zeigen, wie gastfreundlich man in diesem Winkel des amerikanischen Nordostens ist.

Vor knapp 30 Jahren gab es hier noch 38 Wähler

Gestartet wurde die Tradition von Neil Tillotson. Der Industrielle hatte das seinerzeit pleite gegangene Hotel aufgekauft, direkt daneben eine Gummifabrik und Wohnheime für die Fabrikarbeiter und Hotelangestellten gebaut. 1988 drängelten sich 38 Wähler an der Urne. Viele sind inzwischen weggezogen.

Wählen, schlafen und dann ab zur Arbeit

Dass man so früh votieren darf, ist einem Gesetz in New Hampshire zu verdanken. Es erlaubt Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern, sowohl bei den Vorwahlen als auch bei der Präsidentenwahl schon um Mitternacht ihr Wahllokal zu öffnen. Damit sollte Eisenbahnarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, wählen zu gehen, sich aufs Ohr zu legen und dann pünktlich zur Arbeit anzutreten, wie Tranchemontagne erklärt.

Kennedy bekam keine einzige Stimme

Längst nicht immer spiegelte das Resultat von Dixville Notch, wer dann am Ende Präsident wurde. 1960 etwa, bei der Premiere, hätten sie nicht falscher liegen können: neun Stimmen für Richard Nixon, null für John F. Kennedy.

Die Einwohner von Dixville Notch (New Hampshire) sind um Mitternacht die ersten US-Bürger, die bei der Wahl ihre Stimmen abgeben können.

Die Auszählung der Stimmen in Dixville Notch dauert nur wenige Minuten.

Foto: Archivfoto: Barbosa/dpa

Die Einwohner von Dixville Notch (New Hampshire) sind um Mitternacht die ersten US-Bürger, die bei der Wahl ihre Stimmen abgeben können.

Schon bei den Vorwahlen im Februar stand das Ergebnis in Dixville Notch als erstes fest.

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