Schwimmbad in Bornheim

Männliche Flüchtlinge dürfen nicht mehr ins Bornheimer Schwimmbad.

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Politik

Flüchtlinge als Schreckgespenst: Schwimmbadverbot und Karnevals-Aus

Von nord24
15. Januar 2016 // 14:38

Flüchtlinge als Schreckgespenst: Wegen der Nähe zu einer Unterkunft für 500 Flüchtlinge ist am Niederrhein  ein Karnevalsumzug abgesagt worden. Dies sei aber nur einer der Gründe, sagte ein Vertreter der Stadt Rheinberg am Donnerstag. Eine andere NRW-Stadt sperrt männliche Flüchtlinge aus dem Schwimmbad aus.

Stadt verlangt von Karnevalisten ein Sicherheitskonzept

Polizei und Stadt halten nach eigenen Angaben ein Sicherheitskonzept für erforderlich, das der Karnevalsverein im Ortsteil Orsoy so schnell nicht vorlegen konnte. Laut Jonny Strey, Leiter des Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung, würden die Menschen in der Flüchtlingsunterkunft  keinen Karneval kennen und sich möglicherweise "falsch" verhalten. 4500 Deutsche träfen auf 500 Ausländer, "das ist bisher auch nicht dagewesen".

Angriffe wie in der Silvesternacht in Köln befürchtet

Auch die Angriffe der Silvesternacht in Köln spielten bei den Überlegungen eine Rolle. Man könne nicht ausschließen, dass sich so etwas wiederholt. Die Flüchtlingsunterkunft sei aber nur einer von mehreren Gründen für das Sicherheitskonzept. "Ich verwahre mich dagegen, dass gesagt wird, das ist jetzt nur wegen der zentralen Unterkunft", sagte Strey.

Zugang ins Hallenbad verboten

Auch eine andere Kommune hat in Nordrhein-Westfalen drastische Konsequenzen aus der Debatte über den Umgang mit Zuwanderern gezogen. In Bornheim bei Bonn dürfen männliche Flüchtlinge nämlich nicht mehr ins städtische Hallenbad. Die Stadt habe ihnen den Zugang verboten, weil sich immer mehr Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus einer nahen Asylbewerberunterkunft beschwert hätten, sagte Sozialdezernent Markus Schnapka am Freitag.

Verständnis bei Bewohnern der Unterkunft

Bei den Belästigungen habe es sich nicht um Straftaten gehandelt. Das Verbot sei bei den Bewohnern der Unterkunft auf Verständnis gestoßen. "Sobald wir von den Sozialdiensten die Mitteilung bekommen, dass die Botschaft angekommen ist, beenden wir diese Maßnahme wieder", sagte Schnapka.

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