Berlin: Eine junge Frau arbeitet im Homeoffice in einem Wintergarten.

Einen Rechtsanspruch auf Homeoffice wird es wohl zunächst nicht geben.

Foto: Britta Pedersen/dpa

Politik

Homeoffice in der Kritik - Keine höhere Produktivität?

Von nord24
15. November 2020 // 13:45

Unternehmen in Deutschland sehen einer Umfrage zufolge das Homeoffice weit weniger positiv als viele Arbeitnehmer. Demnach bemerkt nur eine kleine Minderheit von 5,7 Prozent der Unternehmen eine Steigerung der Produktivität beim mobilen Arbeiten. Dagegen meldeten 30,4 Prozent der Firmen unveränderte und 27 Prozent sogar gesunkene Produktivität ihrer Belegschaften. Für die übrigen befragten Unternehmen ist Homeoffice nicht relevant. Dies ist zum Beispiel im Bau- oder Dienstleistungssektor häufig der Fall. Das Münchner Ifo-Institut befragte im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen im Oktober dazu 1097 Unternehmen.

Homeoffice als politischer Zankapfel

Die Frage, ob die Tätigkeit im Heimbüro die Produktivität steigert oder nicht, ist ein politischer Zankapfel. Im Sommer hatte die Krankenkasse DAK nach der Befragung von 7000 Arbeitnehmern mitgeteilt, dass eine Mehrheit von 56 Prozent sich selbst im Homeoffice produktiver einschätze. Die DAK-Studie dient der SPD als Schützenhilfe für ihre Forderung eines gesetzlich verankerten Rechts auf Homeoffice. Auch aus anderen Ländern gibt es Studien und Umfragen zu dem Thema, mit widersprüchlichen Ergebnissen.

Altmaier (CDU) erteilt Heil (SPD) eine Absage

Ein Kompromissvorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) scheint die Debatte um ein mögliches Recht auf Homeoffice nicht voranzubringen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erteilte dem neuen Angebot Heils zügig eine Absage. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hatte Heil gesagt: „Da die Union bei dieser Frage offensichtlich noch nicht im Jahre 2020 angekommen ist, bin ich bereit, den Anspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr zurückzustellen.“

Wirtschaftsminister gegen Rechtsanspruch auf Homeoffice

Altmaier antwortete in der „Bild am Sonntag“ und blieb damit bei seiner bisherigen Position: „Ich habe keinerlei Sympathie für Rechtsansprüche, die nur einigen wenigen Arbeitnehmern zugutekommen.“ Unternehmen sollten in Corona-Zeiten so viel Homeoffice ermöglichen, „wie es nur irgendwie geht, und das tun sie ja auch“, führte Altmaier aus. Aber dies sei eine Ausnahmesituation. „Der Gesetzgeber sollte nicht alles mit Regularien verpflichtend bestimmen.“

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