Deutschland soll bis 2050 „klimaneutral“ werden. Das Bundeskabinett hat die Strategie dafür heute abgesegnet.

Deutschland soll bis 2050 „klimaneutral“ werden. Das Bundeskabinett hat die Strategie dafür heute abgesegnet.

Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Politik

Kaum Alternativen: Wasserstoff-Strategie für Deutschland

Von Teresa Dapp
10. Juni 2020 // 18:53

Bis 2050 soll Deutschland „klimaneutral“ sein. Das klingt nach ferner Zukunft. Aber wenn das in 30 Jahren wirklich klappen soll, ist dafür ein kaum vorstellbarer Wandel notwendig - und zwar zügig. Experten sind einig, dass es ohne eine Technologie nicht geht: Wasserstoff als Energieträger. Am Mittwoch verabschiedete das Bundeskabinett deswegen eine Wasserstoffstrategie für Deutschland.

Nicht ohne Wasserstoff

Es reicht nicht, Kohlekraft durch Windräder und Solaranlagen zu ersetzen oder E-Autos auf die Straße zu bringen. Das ist auch dem Bundeskabinett klar. Es setzt auf die Energiegewinnung auf Wasserstoff-Basis. Dashalb hat es eine Wasserstoffstrategie für Deutschland verabschiedet. Diese Strategie kommt mehr als ein halbes Jahr später als geplant: Es geht nicht nur um sehr viel Geld, sondern so ziemlich jeder Wirtschaftszweig will ein Stück vom Kuchen abhaben. Dazu kommt, dass Energie auf Wasserstoff-Basis den Klimaschutz voranbringen kann - aber nicht muss. Und dass Deutschland alleine bei dem Thema nicht sehr weit kommen kann.

So nutzt Wasserstoff dem Klima

Wenn weniger Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangen soll, muss weniger Kohle, Erdöl und Erdgas verbrannt werden. Nicht immer kann Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse fossile Brennstoffe so direkt ersetzen, wie wenn ein E-Auto mit Strom statt mit Sprit fährt. Hier kommt Wasserstoff ins Spiel. Es kann Brennstoffzellen betreiben, etwa für Lastwagen. Aus Wasserstoff können gasförmige und flüssige Kraft- und Brennstoffe gemacht werden. Und er speichert Energie, was wichtig ist, wenn der Strom komplett aus Erneuerbaren kommen soll.

Das plant die Bundesregierung

Der Bund hat schon viele Hundert Millionen Euro in die Forschung zum Wasserstoff gesteckt, weitere, milliardenschwere Förderprogramme laufen. Im großen Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise sind weitere 7 Milliarden Euro für den Markthochlauf von Wasserstofftechnologien vorgesehen und 2 Milliarden für internationale Partnerschaften. Denn es wird längerfristig so viel Wasserstoff gebraucht, dass Deutschland den nicht alleine produzieren kann - allein schon wegen der enormen Strommengen, die dafür notwendig sind.

Mehr zur Wasserstoff-Strategie lest ihr auf norderlesen.de.

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