Auch im Plenarsaal des Thüringer Landtages gelten besondere Corona-Sciherheitsmaßnahmen: Das Kabinett hat jetzt die Kontaktbeschränkungen zum 13. Juni aufgehoben.

Auch im Plenarsaal des Thüringer Landtages gelten besondere Corona-Sciherheitsmaßnahmen: Das Kabinett hat jetzt die Kontaktbeschränkungen zum 13. Juni aufgehoben.

Foto: Martin Schutt/dpa

Politik

Keine Kontaktbeschränkungen mehr in Thüringen

Von Stefan Hantzschmann
9. Juni 2020 // 14:29

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als er weitreichende Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen forderte. Nun geht sein Bundesland voran. Einige Verbote aber bleiben - und es gibt Empfehlungen.

Empfehlungen statt Kontaktbeschränkung

Während in Bremerhaven aufgrund der aktuellen Corona-Hotspots die Lockerungen gedrosselt durchgeführt werden, sieht es in Thüringen anders aus: Dort werden die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen am 13. Juni aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen. Die neue Regelung hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Bund und Länder hatten ursprünglich miteinander vereinbart, die Kontaktbeschränkungen in einer abgemilderten Form noch bis zum 29. Juni zu verlängern. Etliche Bundesländer haben die Regeln bereits gelockert.

Maskenpflicht bleibt bestehen

Eine Maskenpflicht bleibt in Thüringer Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr bestehen. Mit der neuen Verordnung dürfen aber noch mehr Einrichtungen wieder öffnen - zum Beispiel Schwimm- und Freizeitbäder in geschlossenen Räumen sowie Thermen, Saunen und Kinos. Allerdings müssen dafür zunächst Infektionsschutzkonzepte genehmigt werden.

Bordelle und Swingerclubs bleiben geschlossen

Dorf- und Volksfeste sowie Festivals sollen in Einzelfällen wieder erlaubt werden können. Die Genehmigung sei aber zu versagen, wenn die Veranstaltung mit ihren Charakteristika „in besonderem Maße geeignet ist, die Ausbreitung der Pandemie zu fördern“, heißt es in der neuen Grundverordnung. Bordelle, Diskotheken und Swingerclubs bleiben weiterhin geschlossen. Institutionell geförderte Theater und Orchester sollen ihren Spielbetrieb erst nach dem 31. August wieder aufnehmen.

Ramelow hat Ankündigungen umgesetzt

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte sich bereits Ende Mai für eine neue Strategie ausgesprochen, wonach es keine vom Land zentral verordneten Corona-Beschränkungen mehr geben sollte, sondern nur lokale Regeln. Dieses Vorpreschen war bundesweit auf viel Kritik, aber auch auf Zustimmung gestoßen.

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