Flüchtlinge

Flüchtlinge sind nach Erkenntnissen der Kripo nicht krimineller als Deutsche.

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Politik

Kripo-Chef: Flüchtlinge sind nicht krimineller als Deutsche

Von Ulrich Kroeger
27. Februar 2016 // 08:00

Schwappt mit den Flüchtlingen eine Welle der Kriminalität durchs Land? Nein, sagt Ulf Küch. Der Mann, der im Frühjahr 2015 eine bis dahin bundesweit einmalige Soko Asyl ins Leben rief, hält Flüchtlinge nicht für krimineller als Deutsche. Das sagte Braunschweigs Kripo-Chef im Gespräch mit der NORDSEE-ZEITUNG.

Große Mehrheit ist nicht kriminell

Zwar sei es unbestritten, dass Kriminalität auch von Flüchtlingen ausgehe, sagte der Autor des Buches "SOKO Asyl". Das sei aber auch völlig normal. "Wo es viele Menschen gibt, sind immer welche dabei, die Straftaten begehen." Die große Mehrheit der Flüchtlinge sei aber nicht kriminell.

"Menschen nicht verteufeln"

Wichtig sei jetzt ein "gescheites Integrationsprogramm". Küch hält es ferner auch für "unbestritten, dass Menschen, die hier Straftaten begehen und bei denen kein Asylgrund vorliegt, wieder in ihre Heimatländer gehen müssen". Dennoch müsse man auch mit Straffälligen sowie abgelehnten Asylbewerbern "menschlich umgehen und sie nicht verteufeln".

Glaubhaftes Integrationsmodell gefordert

Die Politik müsse jetzt ein "glaubhaftes Modell für den Integrationsprozess" vorlegen. "Zweitens müssen wir mit kriminellen Asylbewerbern so umgehen, wie es das Gesetz vorschreibt, sie dann aber auch konsequent des Landes verweisen." Außerdem wünscht sich Küch eine unaufgeregtere Diskussion und eine Konzentration auf die Frage: "Was sind wir als Staat wirklich in der Lage zu leisten? Und statt immer nur rumzujammern, sollten wir uns auf unsere Stärken konzentrieren und nicht auf unsere Schwächen."

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