Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske (links), Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) und Thomas Böhle, Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands (VKA):  Die Gremien von Gewerkschaften und Arbeitgebern stimmten einer insgesamt fast fünfprozentigen Lohnerhöhung zu. Neue Streiks sind damit abgewendet.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske (links), Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) und Thomas Böhle, Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands (VKA): Die Gremien von Gewerkschaften und Arbeitgebern stimmten einer insgesamt fast fünfprozentigen Lohnerhöhung zu. Neue Streiks sind damit abgewendet.

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Politik

Öffentlicher Dienst: Zufriedenheit über Tarifeinigung

Von nord24
30. April 2016 // 13:45

Nach den Warnstreiks im öffentlichen Dienst gibt es eine schnelle Einigung von Arbeitgebern und Gewerkschaften am Verhandlungstisch. Erste Reaktionen: durchweg positiv. Während etwa die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von einem "ordentlichen Ergebnis" sprach, verwies der Deutsche Städtetag gestern darauf, dass durch den Kompromiss bei den Verhandlungen weitere Streiks abgewendet werden konnten.

Durchbruch im Tarifstreit

Am späten Freitagabend hatten Gewerkschaften und Arbeitgeber in Potsdam einen Durchbruch erzielt, der eine deutliche Gehaltserhöhung für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen von fast fünf Prozent bringt. Eine Zustimmung der Mitglieder der Gewerkschaft Verdi, die nun über das Ergebnis entscheiden sollen, gilt als greifbar. Innenminister Thomas de Maizière (CDU), der kommunale Arbeitgeberverband VKA, die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb brauchten drei Verhandlungsrunden. Vor der entscheidenden Runde hatten Warnstreiks im öffentlichen Dienst für Druck auf die Arbeitgeber gesorgt. Diese besserten ihr ursprüngliches Angebot von drei Prozent mehr Lohn bis 2017 zweimal nach, wie es in Verhandlungskreisen hieß.

Keine Kürzungen geplant

"Es ist den Gewerkschaften gelungen, den Angriff der Arbeitgeber auf die Betriebsrenten der Beschäftigten der Kommunen abzuwehren: Es wird keine Kürzungen bei den Leistungen der Zusatzversorgung geben", sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe zu den Ergebnissen von Potsdam. Bei der Betriebsrente sei eine "sachgerechte Lösung" gefunden worden. "Zudem ist nach elf Jahren endlich eine Entgeltordnung (EGO) für alle kommunalen Beschäftigten vereinbart worden. Von dieser profitieren viele Kolleginnen und Kollegen, weil sie besser eingruppiert worden sind", betonte Tepe.

Verdi-Mitglieder werden befragt

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske sagte mit Blick auf die nun geplante Befragung der Verdi-Mitglieder: "Wir empfehlen die Annahme - und das aus guten Gründen." De Maizière sprach nach Abschluss der Verhandlungen von einem "fairen und annehmbaren Kompromiss". Für viele Kommunen sei der Kompromiss schmerzhaft, dennoch sei er letztlich gut, meinte VKA-Präsident Thomas Böhle.

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