Einen Monat vor der US-Wahl haben sich Präsident Donald Trump und First Lady Melania mit dem Coronavirus angesteckt.

Einen Monat vor der US-Wahl haben sich Präsident Donald Trump und First Lady Melania mit dem Coronavirus angesteckt.

Foto: Evan Vucci

Politik

Offene Fragen nach Trumps Infektion: Was wäre wenn...?

Von nord24
2. Oktober 2020 // 13:20

32 Tage vor der US-Wahl bricht die Nachricht von der Infektion des Präsidenten in den aufgeheizten Wahlkampf. Wie es bei der wohl wichtigsten Wahl des Jahres nun weitergeht und was dies für die Nation bedeutet, ist völlig offen.

Gravierende Szenen denkbar

Ein ohnehin dramatischer US-Wahlkampf wird nochmal unübersichtlicher - nur einen Monat vor dem Urnengang der gespaltenen Supermacht. US-Präsident Donald Trump ist mit dem Coronavirus infiziert. Je nachdem, wie der Gesundheitszustand des Präsidenten sich in den kommenden Tagen entwickelt, sind gravierende Szenarien denkbar. Aber schon jetzt ist klar, dass die Infektion Folgen haben wird.

Was bedeutet Trumps Corona-Infektion für den US-Wahlkampf?

Der Präsident und die First Lady sind im Weißen Haus in Quarantäne. Vorerst gibt es also keine öffentlichen Termine mehr. Das wirft 32 Tage vor der Wahl und 13 Tage vor der nächsten TV-Debatte die gesamte Dynamik um. Wie es mit dem Wahlkampf weitergeht: offen. Ganz zu schweigen davon, was wäre, falls Trump tatsächlich ernsthaft erkranken sollte.

Aber auch falls Trump die Infektion ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen übersteht, dürfte dies Auswirkungen haben. Womöglich richtet sich nun - mehr noch als sonst - alle Aufmerksamkeit auf den Republikaner, während dieser nicht öffentlich Rede und Antwort stehen muss. Für die Demokraten eine unerwartete Situation, die zum Umplanen zwingt.

Andererseits dürften Kritiker sich bestätigt fühlen, die Trump vorwerfen, das Virus stets heruntergespielt zu haben. Ein Wahlkampf-Trumpf des Trump-Lagers ist die vom Präsidenten angestrebte schnelle Nachbesetzung eines Richterposten am höchsten US-Gericht, dem mächtigen Supreme Court - Trumps Infektion könnte nun dafür sorgen, dass diese brisante Personalie nicht ganz so stark die Schlagzeilen bestimmt wie erwartet.

Kurz: Es ist noch unklar, ob die Infektion Trump letztlich schadet oder er womöglich sogar profitiert. Auf Twitter wurde umgehend und wild über ein Wahlkampfmanöver spekuliert, ohne dass es dafür den geringsten Beweis gibt - auch ein Symptom für die gereizte Stimmungslage.

Könnte der Wahltermin verschoben werden?

Die Hürden für eine Verschiebung sind extrem hoch, weil der Termin seit 1845 gesetzlich festgeschrieben ist. Nötig wäre eine Änderung durch den Kongress, die noch dazu vor Gerichten angefochten werden könnte. Im Kongress wird das Repräsentantenhaus von den Demokraten kontrolliert. Zudem wären auf diesem Weg nur einige Wochen zu gewinnen, denn der weitere Zeitplan ist in der Verfassung festgeschrieben und damit noch starrer.

Der Starttermin für den neuen Kongress ist demnach der 3. Januar, der Amtsantritt des neuen Präsidenten am 20. Januar. Die Frage hatte in diesem Jahr schon eine Rolle gespielt: Der Präsident hatte im Juli eine Verschiebung ins Gespräch gebracht, bevor er sich wieder von der Idee distanzierte.

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