Teilnehmer einer Demonstration gegen Tierversuche am Tübinger Max-Planck-Institut demonstrieren in Tübingen (Baden-Württemberg).

Teilnehmer einer Demonstration gegen Tierversuche am Tübinger Max-Planck-Institut demonstrieren in Tübingen (Baden-Württemberg).

Foto: Deniz Calagan/dpa

Politik

Proteste: Minister will Tierversuche reduzieren

Von nord24
28. Mai 2016 // 19:30

Tierschützer haben gegen die umstrittenen Affenversuche in Tübingen protestiert. Mit Transparenten und der Forderung "Stoppt Tierversuche" zogen sie durch die Innenstadt vor das Rathaus. Die Forschung an Primaten am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik löst seit langem Streit aus. Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU), der auch für den Tierschutz zuständig ist, will sich dafür einsetzen, Tierversuche zu reduzieren. Er kündigte auch an, das Max-Planck-Institut in Tübingen besuchen zu wollen. "Leider kann man auf Tierversuche nicht gänzlich verzichten, deshalb müssen stetig Verfahren entwickelt werden, um Tierversuche weiter zu minimieren", sagte Hauk.

Aktivisten lehnen Tierversuche grundsätzlich ab

Der Verein "Soko Tierschutz" hatte die Protestaktionen organisiert. Nach seinen Angaben nahmen am heutigen Sonnabend am Demonstrationszug rund 500 bis 600 Menschen teil. Außerdem bauten die Tierversuchgegner ein Zeltlager vor dem Forschungsinstitut auf. "Wir fordern, dass die Geheimhaltung um Tierversuche aufhört und dass die Affen freikommen", sagte Vereinsgründer Friedrich Mülln. Generell lehnen die Aktivisten Tierversuche ab, denn ihre Wirksamkeit sei nicht erwiesen. Nach monatelangen Anfeindungen von Tierschutzaktivisten hatte Institutsleiter Nikos Logothetis im vergangenen Jahr erklärt, die Versuche an Primaten in Tübingen auslaufen zu lassen und nur noch mit Ratten arbeiten zu wollen. Das habe sich nicht geändert, sagte die Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, Christina Beck. Dennoch halte die Einrichtung die Forschung an Primaten für unerlässlich, "will man Krankheiten wie Demenz, Schizophrenie oder Parkinson verstehen". Es habe sich um Studien an Primaten gehandelt, die zur Entwicklung eines Hirnschrittmachers und damit zu einer Parkinson-Therapie für mehr als 100 000 Patienten weltweit geführt habe.

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