Tausende Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan strömen nach Köln, um zu demonstrieren.

Tausende Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan strömen nach Köln, um zu demonstrieren.

Foto: Berg, dpa

Politik

Tausende Türken demonstrieren in Köln für Erdogan

Von nord24
31. Juli 2016 // 16:58

Gut zwei Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei haben Tausende überwiegend Deutschtürken in Köln für Präsident Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich am frühen Nachmittag etwa 20 000 Teilnehmer auf einem Gelände im rechtsrheinischen Deutz, die Veranstalter erwarteten bis zu 30 000 Menschen. Zeitgleich gab es Gegendemonstrationen, darunter auch eine von Rechtsextremen. Diese marschierten entgegen ursprünglicher Planungen aber nicht in die Nähe der türkischen Veranstaltung. Insgesamt 2700 Polizeibeamte waren im Einsatz, auch Wasserwerfer standen bereit.

Kleinere Reibereien zwischen Nationaltürken und Kurden in der Kölner Innenstadt

Thema der türkischen Kundgebung war der vereitelte Militärputsch in der Türkei vom 15. und 16. Juli. Zahlreiche Teilnehmer schwenkten türkische Flaggen oder trugen T-Shirts in den Nationalfarben. Zu der befürchteten Gewalt kam es zunächst nicht. "Die Lage ist relativ ruhig", sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies. In der Innenstadt sei es zu kleineren Reibereien zwischen Nationaltürken und Kurden gekommen.

Teilnehmer legen in Köln eine Schweigeminute für Opfer der jüngsten Terroranschläge ein

Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer der Opfer des gescheiterten Militärputsches in der Türkei sowie der Opfer der jüngsten Terroranschläge in Frankreich, Deutschland und der Türkei. Am späteren Nachmittag wollte der türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic nach Köln kommen, um zu den Demonstranten zu sprechen.

Weniger Menschen bei den Gegenveranstaltungen als erwartet

Unterdessen standen sich am Kölner Hauptbahnhof nach Polizeiangaben jeweils etwa 200 rechts- und linksgerichtete Demonstranten gegenüber, die von Einsatzkräften aber auseinandergehalten wurden. Ein von den Rechten - darunter die Splitterpartei Pro NRW - geplanter Zug durch die Stadt wurde nach einem Gespräch mit der Polizei abgesagt und auf eine Standkundgebung beschränkt. Insgesamt kamen zu den angemeldeten vier Gegenveranstaltungen weit weniger Menschen als erwartet.

Zuschaltung von Erdogan auf einer Großbildleinwand wird verboten

Die türkische Kundgebung wurde maßgeblich von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) organisiert, die der AKP, der Partei des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, nahesteht. Eine von den Veranstaltern geplante Zuschaltung von Erdogan auf einer Großleinwand war angesichts der aufgeheizten Stimmung schon im Vorfeld verboten worden. (dpa)

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