Im Zusammenhang mit dem derzeit bundesweit größten lokalen Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik von Tönnies kommt es im Kreis Gütersloh zu einem Lockdown.

Im Zusammenhang mit dem derzeit bundesweit größten lokalen Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik von Tönnies kommt es im Kreis Gütersloh zu einem Lockdown.

Foto: David Inderlied/dpa 

Politik

Wegen Corona: Lockdown und Wut im Kreis Gütersloh

Von nord24
23. Juni 2020 // 14:06

Der Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies hat weitreichende Folgen: Kurz vor Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen schränken die NRW-Behörden das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh mit rund 370.000 Menschen massiv ein. Erstmals in Deutschland werde ein gesamter Kreis wegen des Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die strengen Pandemie-Schutzmaßnahmen zurückgeführt, die noch vor einigen Wochen landesweit gegolten hätten. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf.

Es gilt wieder ein Kontaktverbot im Kreis Gütersloh

Im westfälischen Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher „größte Infektionsgeschehen“ in NRW und auch deutschlandweit, betonte der Regierungschef. Die Maßnahmen sollen von diesem Mittwoch an zunächst bis zum 30. Juni gelten - allen voran also auch wieder ein Kontaktverbot. Im öffentlichen Raum dürfen sich die Bewohner eine Woche lang nur noch mit Personen des eigenen Hausstands bewegen oder zu zweit.

Kinos und Bars werden geschlossen

Zudem verbieten Behörden im Landkreis nach dem neuen Sicherheitspaket Sport in geschlossenen Räumen sowie zahlreiche Kulturveranstaltungen. Fitnessstudios werden Laschet zufolge im Kreisgebiet ebenso geschlossen wie Kinos und Bars.

„Wer Urlaub plant, kann das natürlich machen“

Der Lockdown bedeute zwar kein Ausreiseverbot, meinte Laschet mit Blick auf geplante Urlaubsreisen. Seine Aussagen blieben aber in diesem Punkt eher unscharf. Einerseits sagte der CDU-Politiker auf eine Frage, ob Bewohner des Kreises Gütersloh in Ferien fahren dürften: „Wer Urlaub plant, kann das natürlich machen.“ Zugleich „appellierte“ er aber an die Bewohner, „jetzt nicht aus dem Kreis heraus in andere Kreise zu fahren“. Und ergänzte: „Das wird auch kontrolliert werden.“

Ehepaar aus Gütersloh muss Urlaubsinsel Usedom verlassen

Auf der Urlaubsinsel Usedom waren am Montag 14 Reisende aus Corona-Risiko-Gebieten angehalten worden, vorzeitig abzureisen. Sie sollten sich bei ihrem heimischen Gesundheitsamt melden, sagte ein Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald der dpa. Auch ein Ehepaar aus Gütersloh sei aufgefordert worden, die Insel vorzeitig zu verlassen. Ob auch die anderen betroffenen Urlauber alle aus dem Kreis Gütersloh kommen, war zunächst unklar. Laschet warnte davor, die Menschen aus dem Kreis Gütersloh unter „Pauschalverdacht“ zu stellen. Man dürfe sie „nicht stigmatisieren“. (dpa)

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