Bundespräsident Joachim Gauck steht nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung.

Bundespräsident Joachim Gauck steht nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung.

Foto: Kumm/dpa

Politik

Gauck macht Schluss: Bundespräsident tritt 2017 ab

Von nord24
6. Juni 2016 // 13:39

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Montag im Schloss Bellevue in Berlin bekanntgegeben, dass er Anfang 2017 nach einer Amtszeit Schluss macht und nicht für weitere fünf Jahre zur Verfügung steht. 

Gauck nennt Alter als Grund

Es kommt wie seit dem Wochenende erwartet: Bundespräsident Joachim Gauck verzichtet aus Altersgründen auf eine zweite Amtszeit. Der 76-Jährige sagte: "Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann." Ihm sei bewusst, "dass die Lebensspanne zwischen dem 77. und 82. Lebensjahr eine andere ist als die, in der ich mich jetzt befinde".

Gauck: Entscheidung nicht leichtgefallen

Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, sagte Gauck. Er sei zugleich "von Herzen dankbar" für die "Zeichen der Ermutigung und der Unterstützung", auch über 2017 hinaus im Amt zu bleiben. Gauck sagte: "Unser Land hat engagierte Bürger, und es hat funktionierende Institutionen. Der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten ist in diesem Deutschland daher kein Grund zur Sorge. Er ist vielmehr demokratische Normalität - auch in fordernden, auch in schwierigen Zeiten."

Schwierige Nachfolgersuche

Nach der seit dem Wochenende erwarteten Absage Gaucks müssen sich die Parteien auf eine Nachfolge einigen. Dabei zeichnen sich schwierige Gespräche ab. In der Bundesversammlung, die am 12. Februar 2017 den Präsidenten wählt, hat die Union zwar mit Abstand die meisten Sitze, aber keine eigene Mehrheit. Als potenzielle Nachfolger genannt werden unter anderem Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). "Der Spiegel" berichtete am Wochenende, aus taktischen Gründen könnten CDU und CSU kurz vor der Bundestagswahl, die im Herbst 2017 ist, keinen gemeinsamen Kandidaten mit SPD oder Grünen präsentieren. Aus der Linken und der SPD wurden Stimmen laut, die einen gemeinsamen rot-rot-grünen Bewerber fordern.

Gauck trat 2010 gegen Wulff an

Der frühere Pastor in der DDR und Ex-Chef der Stasi-Unterlagenbehörde war 2012 als Nachfolger des zurückgetretenen Christian Wulff (CDU) ins höchste Staatsamt gewählt worden. Bereits 2010 trat Gauck als Kandidat von Rot-Grün an, unterlag aber gegen Wulff.

6 Bundespräsidenten mit einer Amtszeit

Vor Joachim Gauck traten bisher fünf Bundespräsidenten nicht zur Wiederwahl an. Am kürzesten amtierte der Christdemokrat Christian Wulff, der nach nur eineinhalb Jahren wegen einer Affäre zurücktrat. Johannes Rau: Er wurde 1999 als zweiter Sozialdemokrat zum Bundespräsidenten gewählt. Im Herbst 2003 gab Rau bekannt, dass er 2004 nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren werde. Er begründete dies mit seiner persönlichen Lebensplanung. Roman Herzog: Der Christdemokrat amtierte von 1994 bis 1999. Er strebte keine Wiederwahl an. SPD und Grüne hatten zudem inzwischen in der Bundesversammlung die Mehrheit. Karl Carstens: 1984 trat der fast 70-jährige Christdemokrat, der 1979 ins Amt gewählt worden war, unter Hinweis auf sein Alter nicht erneut an. Walter Scheel: Der zweite Bundespräsident nach Theodor Heuss aus den Reihen der FDP kam 1974 ins Amt. Der vormalige Außenminister der sozialliberalen Koalition verzichtete 1979 auf eine erneute Kandidatur, nachdem sich eine Mehrheit für den Unions-Kandidaten Karl Carstens in der Bundesversammlung abzeichnete. Gustav Heinemann: Er hatte das Amt als erster Sozialdemokrat von 1969 bis 1974 inne. Der fast 75-Jährige strebte aus Altersgründen keine zweite Amtszeit an.

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