Das Logo des Energiekonzerns Gazprom ist auf einer Anlage des russischen Staatskonzerns in St. Petersburg zu sehen.

Noch liefert der russische Energiekonzerns Gazprom Gas ins westliche Europa.

Foto: Stringer/dpa (Symbolfoto)

Politik

Gazprom liefert immer noch Gas

Autor
Von nord24
1. April 2022 // 14:51

Nach der von Russland verfügten Umstellung der Gas-Zahlungen auf Rubel liefert Russland eigenen Angaben zufolge den Rohstoff weiter in großem Umfang für den Transit durch die Ukraine nach Europa. Am Freitag würden 108,4 Millionen Kubikmeter Gas durch das Leitungssystem gepumpt, sagte der Sprecher des Energieriesen Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Interfax zufolge. Das entspricht fast der vertraglich möglichen maximalen Auslastung.

BASF-Chef warnt bei längerfristigen Ausfall vor beispiellosen wirtschaftlichen Schäden

In der deutschen Wirtschaft gibt es dennoch große Befürchtungen, die Bundesrepublik könnte in eine schwere Krise stürzen. So warnte BASF-Chef Martin Brudermüller für den Fall eines Importstopps oder längerfristigen Ausfalls von Gas- und Öllieferungen aus Russland vor beispiellosen wirtschaftlichen Schäden. „Das könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen“, sagte Brudermüller der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Auch Bau- und Energie-Expertin warnt vor verheerenden Folgen

Auch die Bau- und Energie-Expertin Lamia Messari-Becker, die die Bundesregierung berät, warnte für den Fall eines Stopps russischer Gaslieferungen vor verheerenden Folgen. „Wenn Grundstoff-Industrien zum Erliegen kämen, würde ein Dominoeffekt entstehen, der nicht mehr aufzuhalten und nur schwer reparabel wäre“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch sagte dem „Handelsblatt“, bei einem kurzfristigen Boykott seien die negativen Auswirkungen für Deutschland größer als der Effekt auf Russland. Für manche Branchen sei die Gasversorgung existenziell, sagte er mit Blick etwa auf die Glasindustrie.

„Ohne Erdgas keine Produktion von Stahl“

Bei den Unternehmen wird die Entwicklung in Russland genau beobachtet. Beim Stahlkonzern Salzgitter hieß es: „Ohne Erdgas keine Produktion von Stahl.“ Der Politik müsse klar sein, dass von der Produktion wiederum die Energieversorgung und die Energiewende abhingen, sagte ein Konzernsprecher.

Volkswagen: Gasversorgung vorerst gesichert

Volkswagen teilte mit, dass die Versorgung mit Gas derzeit für die Werke der VW sowie der Marken in Deutschland gesichert sei. Das Unternehmen ist einem Sprecher zufolge im regelmäßigen Austausch mit Behörden, Netzbetreibern und Lieferanten. Bei Mercedes-Benz hieß es, die Stuttgarter prüften ständig Möglichkeiten, Energie einzusparen, und verstärkten nun diese Bemühungen. (mb/ber)

Immer informiert via Messenger
Oben-Ohne-Baden in den Schwimmbädern der Region - Seid ihr dafür?
2065 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger