Ein Anschluss für ein DSL-Kabel aus dem Telefon-Festnetz an einem DSL-Router

Der Verkehrsausschuss forderte mehrheitlich ein Tempo von 30,8 Megabit im Download - also mehr als dreimal so viel wie von der Bundesregierung beabsichtigt.

Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

Politik

Internet-Grundversorgung: Lahme 10 Mbit/s müssen vorerst reichen

Von dpa
12. Juni 2022 // 09:00

Menschen in Deutschland haben ein Grundrecht auf eine Mindestversorgung von 10 Mbit/s. Forderungen nach mehr Tempo konnten sich nicht durchsetzen.

Zahlreiche Haushalte sind schlecht versorgt

Videotelefonie im Homeoffice, Fernunterricht im Netz, Onlineshopping oder das Streaming von Spielfilmen und Serien: Spätestens mit der Corona-Pandemie wurde auch in Deutschland allen klar, wie wichtig eine gut ausgebaute Internet-Infrastruktur ist. Doch unzählige Haushalte in der Bundesrepublik sind nur äußerst schlecht oder gar nicht an Netz angeschlossen. Dies soll sich nun ändern - allerdings nur mit einer Mindestgeschwindigkeit von 10 Megabit pro Sekunde.

Technische Details festgelegt

Der Bundesrat machte am Freitag den Weg frei für die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die den Bund zur «Universaldienstgewährleistung» verpflichtet. Das entsprechende Gesetz für Deutschland wurde bereits im vergangenen Dezember beschlossen. Überfällig war nun die konkrete Verordnung, in der die technischen Details festgelegt werden.

Das sind die Mindestwerte

«Die Zustimmung im Bundesrat ist eine gute Nachricht für alle Menschen, die heute nur sehr schlecht versorgt sind», sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. «Das ist ein wichtiger Schritt für eine greifbare digitale Teilhabe.» Seine Behörde hatte im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Mindestwerte festgelegt: 10 Mbit/s beim Herunterladen von Daten und 1,7 Mbit/s beim Hochladen. Die Latenz - also die Reaktionszeit - soll nicht höher als 150 Millisekunden sein. (dpa/dm)

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